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Saftig, aromatisch, lecker: So geht Tomatensoße.

Ernährungskolumne : Tomatensoße selbst gemacht

Nudeln mit Tomatensoße sind bei Groß und Klein beliebt. Als Arrabiata oder mit Kräutern wie Basilikum gewürzt, kommt diese Mahlzeit in vielen Haushalten regelmäßig auf den Tisch.

Besonders fix geht es, wenn man auf fertige Produkte zurückgreift. Tomaten in Dose, Glas oder Tetrapak gibt es geschält, kleingeschnitten oder ganz, gewürzt oder pur. Schnell fühlt man sich damit nach Italien versetzt, verspricht doch die Aufmachung der Etiketten oft ein mediterranes Flair. Doch stammten die Tomaten tatsächlich aus Italien? Eher nein, oft kommt die Rohware aus fernen Ländern wie China. Darüber erfahren Konsumenten allerdings meist nichts. Denn im Gegenteil zu roh angebotenem Obst und Gemüse, muss keine Herkunftsangabe erfolgen, wenn die frische Ware weiterverarbeitet wird.

Eine Firmenadresse aus Italien sagt also nichts darüber aus, ob die Tomaten dort geerntet oder nur zu Konserven verarbeitet wurden. Nur wenn ausdrücklich „italienische Tomaten“ auf dem Produkt steht, ist die Herkunft sicher. Die Anschrift auf der Verpackung hingegen kann vom Hersteller, Verpacker oder Verkäufer sein. Ein großes Manko, finden wir Verbraucherschützer.

Wer genau wissen will, woher „sein Tomaten-Püree“ stammt oder gar heimische Ware bevorzugt, kann selber aktiv werden: Wie wäre es, eine größere Menge Soße aus frischen, erntereifen Tomaten zu kochen. Unser Rezept für etwa drei Gläser à 500 ml:

- 5 kg saftige, reife Tomaten

- 1,5 kg Zwiebeln

- 3 EL Olivenöl

- einige Stängel Rosmarin

- etwa 60 bis 80g weitere Kräuter (Basilikum, Oregano, Thymian)

- mehrere Knoblauchzehen (mindestens 10-15)

- Salz

Zunächst werden Zwiebeln, Knoblauch und Rosmarin gehackt und in einem großen Topf in Olivenöl angebraten, dann kommen die zerkleinerten Tomaten dazu. Die Masse für mindestens eine Stunde zugedeckt köcheln lassen und zwischendurch umrühren. Die restlichen gehackten Kräuter hinzugeben, mit Salz und einer Prise Zucker abschmecken. Das Ganze wird püriert.

Das hat den Vorteil, dass das lästige anfängliche Enthäuten der Tomaten wegfällt. Die fertige Soße kann in die zuvor mit kochendem Wasser sterilisierten Twist-Off-Gläser abgefüllt werden. Die Gläser fest zudrehen. Wenn die im Glas verbleibende Luft abkühlt, stellt sich ein Vakuum ein: Der Deckel geht mit einem Plopp etwas nach innen. An einem kühlen, dunklen Ort lässt sich die Tomatensoße für mindestens drei Monate lagern. Wenn die fertig gewürzte Soße heiß in ganz saubere Gläser mit Drehverschluss wie Twist-Off-Gläser eingefüllt wird, hält sie sogar bis zum Winter.

Übrigens: Hohe Temperaturen beim Kochen können dem roten Farbstoff Lykopin nichts anhaben. Im Gegenteil: Erhitzen und Zerkleinern schließt die Fruchtzellen auf, der sekundäre Pflanzenstoff ist besser verfügbar. Das ist gut so, denn Lykopin werden gesundheitsfördernde Effekte nachgesagt.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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