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Schlechte Noten sind kein Grund zur Panik

Schlechte Noten sind kein Grund zur Panik

In sieben Tagen gibt es Zeugnisse. Bei schlechten Noten hilft vor allem eines: Den Blick nach vorne richten und schauen, wie es im nächsten Schuljahr besser laufen kann. Zwei Experten gaben Schülern und Eltern Tipps am Telefon rund um das Thema "Zeugnisse und Schule".

Trier. (kat) Wie bringe ich meinen Eltern schlechte Noten bei? Schulpsychologin Kerstin Sperber, Auguste-Viktoria-Gymnasium, Trier: Lege dir im Vorfeld zurecht, was du sagen wirst und wie du es zukünftig besser machen willst. Wenn du dich gar nicht traust, dann bitte eine Freundin, Verwandten oder einen Paten, mitzukommen.Ich bin in der siebten Klasse und mein Zeugnis wird ziemlich schlecht ausfallen. Ich will mich im nächsten Schuljahr anstrengen. Wie kann man bessere Noten bekommen?Kerstin Sperber: Es wäre sinnvoll, wenn du dich gemeinsam mit deinen Eltern und dem Klassenlehrer zu einem Gespräch zusammensetzen würdest. Gemeinsam sollte geschaut werden, wo deine Stärken und Schwächen liegen und wo du Unterstützung brauchst. Zusammen könnt ihr ein realistisches Ziel festlegen. Alle Beteiligten sollten erklären, wofür sie verantwortlich sind. Das kann sein, dass sich deine Eltern verpflichten, mit dir deine Konzentrationsfähigkeit zu üben oder dir helfen, deinen Schreibtisch zu strukturieren. Der Lehrer etwa kann sich bereit erklären, Rückmeldungen ins Hausaufgabenbuch zu schreiben. Auch das was du verändern willst, sollte konkret aufgeschrieben werden. Bei einem Folgetreffen in etwa vier bis sechs Wochen, das bei dem Gespräch vereinbart werden sollte, könnt ihr nochmals genau anschauen, wo sich etwas verbessert hat und wo noch gehandelt werden muss. Meine Tochter wurde anfangs auf dem Gymnasium gemobbt. Nach der Orientierungsstufe hat sie nun eine Realschulempfehlung erhalten, obwohl sie sich in den letzten Wochen enorm verbessert hat. Sie wechselt jetzt das Gymnasium. Kann die Empfehlung noch verändert werden?Jochen Fredrich, Psychologe Palais e.V., Trier: Man wird die Empfehlung nachträglich wohl nicht mehr ändern. Suchen Sie das Gespräch mit dem zuständigen Stufenleiter, um zu erfahren, nach welchen Kriterien die Schule entschieden hat. Für den Neuanfang ist es wichtig, dass Ihre Tochter unterstützt wird.Der Zeugnis-Tipp von Kerstin Sperber: Ein Zeugnis ist ein Etappenziel und eine Chance, sich Ziele für das neue Schuljahr zu setzen. Mit dem Zeugnis sollte man sich ehrlich auseinandersetzen: Was ist gut gelaufen? Wo liegen Gründe für schlechte Noten? Nach der Analyse sollte der Blick nach vorne gerichtet werden: Wo braucht der Schüler Unterstützung und wie kann man das neu gesteckte Ziel erreichen?