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Schon der Kaiser urlaubte auf Usedom

Schon der Kaiser urlaubte auf Usedom

Im äußersten Nordosten der Republik liegen Usedoms Kaiserbäder. Während der Fußball-Europameisterschaft im Nachbarland Polen rücken Heringsdorf und Ahlbeck ins Rampenlicht. Das ZDF schlägt direkt neben der Seebrücke Heringsdorf sein Studio auf.

Dem Kaiser verdanken sie ihren Namen, der Wende ihren neuen Glanz und der Fußball-Europameisterschaft 2012 demnächst deutschlandweite Aufmerksamkeit: Usedoms Kaiserbäder sonnen sich im eigenen Glanz. Zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine baut das ZDF sein EM-Studio direkt an der Heringsdorfer Seebrücke auf. Über die Kilometer lange Strandpromenade am feinen Ostseebad Ahlbeck vorbei ist es nur ein Katzensprung bis Swinemünde (Swinoujscie) in Polen.

Bis zu 1000 Fans werden am ZDF-Fußballstrand auf einer großen Video-Leinwand die Spiele live verfolgen können. Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn wollen die Sendungen von einer Bühne präsentieren, die bis in die Ostsee hineinragt.

Heringsdorf und Ahlbeck sind die östlichsten Seebäder der Bundesrepublik und für viele mit Abstand die schönsten. Schon Kaiser Wilhelm II. liebte das milde Klima auf Usedom. Die Insel ist nach langjährigen Messungen des Deutschen Wetterdienstes der sonnenreichste Fleck Deutschlands.

Zur Kaiserzeit wurden die Kaiserbäder als Badewanne Berlins bezeichnet. Wer in der Reichshauptstadt etwas auf sich hielt, besaß hier eine der imposanten Villen oder buchte sich zumindest für einige Wochen irgendwo zur Sommerfrische ein. Heringsdorf und Ahlbeck blühten auf. Entlang des kilometerlangen Sandstrands entstand ein Prachtbau neben dem anderen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verblasste der Glanz der Kaiserbäder in der DDR. Villen wurden enteignet und verfielen, zwischen architektonischen Schmuckstücken entstanden Plattenbauten.

Die älteste Seebrücke Deutschlands, die Loriot in seinem Kino-Film „Papa ante Portas“ als Kulisse nutzte, ist das Ahlbecker Wahrzeichen. An Usedoms 42 Kilometer langem und bis zu 70 Meter breiten Sandstrand ist sie das meist fotografierte Motiv der Insel.

Immer im Bild sind dort die berühmten Usedomer Strandkörbe. Die geflochtenen Kisten mit ihren fröhlich gestreiften Kissen und Sonnen-Markisen stammen aus der ältesten Strandkorb-Manufaktur Deutschlands. Seit 1925 werden in Heringsdorf Strandkörbe von Hand gefertigt und in die ganze Welt verkauft.

Usedom Tourismus

Reisezeit: Als beste Reisezeit nennen viele Usedom-Urlauber wegen der besonderen Farben in der Natur Mai und Juni. Doch im Grunde ist ein Urlaub zu jeder Jahreszeit möglich. Im Herbst und Winter brauchen Urlauber jedoch dicke Kleidung. Dafür ist es dann wesentlich ruhiger.

Anreise: Im Sommer steuern mehrere Fluggesellschaften Heringsdorf direkt an. Auch per Bahn ist Heringsdorf gut zu erreichen. Von Berlin beispielsweise dauert die Fahrt rund vier Stunden. Mit dem Auto ist Usedom über die A 20 und weiter über Wolgast oder Anklam erreichbar.

Unterkünfte: Usedom bietet alles vom Campingplatz bis zu Luxushotels.

Informationen: Usedom Tourismus, Telefon: 038378/47 71 10, Internet: usedom.de