Schon wieder Rekord: Deutschland als Reiseziel immer gefragter

Schon wieder Rekord: Deutschland als Reiseziel immer gefragter

Deutschland ist das Lieblingsreiseziel der Deutschen - wahrscheinlich schon immer. Aber auch aus dem Ausland kommen jedes Jahr mehr Gäste. Die Zahl der Übernachtungen steigt stetig: im vergangenen Jahr waren es über 407 Millionen, ein neuer Rekord.

Deutschland hat als Urlaubsziel noch einmal zugelegt. Nachdem es schon in den Vorjahren bei den Übernachtungszahlen kontinuierlich Rekordwerte gab, wurde 2012 die 400-Millionen-Marke geknackt. Im Club der gefragtesten Reiseländer Europas hat es sich damit noch vor Spanien, Italien und Frankreich an der Spitze etabliert. „Wir hatten noch einmal Zuwächse um 3,6 Prozent auf 407,3 Millionen Übernachtungen“, sagte Claudia Gilles, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) im Vorfeld der Reisemesse ITB (6. bis 10. März) in Berlin.

Schon zum fünften Mal in Folge liegt Deutschland damit bei den Übernachtungszahlen - die Geschäftsreisen einschließen - europaweit auf Platz eins. Die Mehrzahl der Reisenden, gut 338 Millionen, kommt aus Deutschland selbst: „Der Anteil liegt bei 83 Prozent“, sagte Gilles. „Deutschland hat einfach eine Riesen-Inlandsnachfrage.“ Dabei haben auch die Regionen noch zugelegt, die ohnehin schon gut im Rennen liegen. Bayern etwa, unter den Bundesländern die Nummer eins, verzeichnete ein Plus von 4,1 Prozent auf mehr als 84 Millionen Übernachtungen. Auch Baden-Württemberg hat noch eins draufgelegt: Ein Plus von 4,7 Prozent auf 47,6 Millionen.

„Der Süden war einfach stark“, sagte Gilles. „An der Küste gab es solche Zuwächse nicht. Die hatten dort einfach schwierige Sommermonate.“ Denn egal ob Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern - wenn der Sommer verregnet ist, gilt das auch für die Gästebilanz. „Der Süden war diesmal auf der Sonnenseite.“ Den stärksten Zuwachs gab es in den beiden Millionenstädten Berlin (+11,4) und Hamburg (+11,6 Prozent). Leichte Rückgänge gab es im Saarland (-1,9), in Rheinland-Pfalz (-1,5 Prozent) und Bremen (-0,7).

Überdurchschnittlich zugelegt haben deutsche Ziele bei Besuchern aus dem Ausland: „Ein Plus von 8,1 Prozent.“ Als einen Grund dafür nennt Gilles den Imagewandel der vergangenen Jahre: „Das hat sich seit der Fußball-WM 2006 tatsächlich sehr positiv entwickelt. Die WM hat einen richtigen Schub gebracht, von dem wir immer noch profitieren.“ Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise verzeichnete bei den ausländischen Gästen ein Plus von 15 Prozent. „Die größte Gruppe sind die Niederländer“, sagte Claudia Gilles, „und die haben noch einmal zugelegt.“

Noch bessere Werte hat Sachsen-Anhalt hier zu bietet: ein Plus von 16,6 Prozent. „Einen starken Zuwachs gab es vor allem aus Skandinavien und aus den USA“, sagte die DTV-Geschäftsführerin. „Das sind bereits Vorboten für das Lutherjahr 2017 .“ Dann steht der 500. Jahrestag der Reformation an - Luthers Thesenanschlag in Wittenberg wird auf den 31. Oktober 1517 datiert. Die Evangelische Kirche hat deshalb eine Lutherdekade - zehn Themenjahre ausgerufen - 2013 ist Halbzeit.

Beliebter werde Deutschland vor allem für Besucher aus Osteuropa und Südostasien, auch und gerade aus China, sagte Gilles. Bei den Zahlen der Gäste aus Europa gibt es allerdings auch negative Entwicklungen: „Spanien und Griechenland waren rückläufig, das ist schlicht krisenbedingt.“ Für die Urlauber aus den Nachbarländern spiele die Anbindung eine entscheidende Rolle: Wo gute Flug- oder Fährverbindungen die Anreise bequem machen, steigen die Zahlen.

Attraktiv seien Reisen nach Deutschland nicht zuletzt wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses: „Sicher gibt es Länder wie Kroatien, die günstiger sind“, sagte Gilles, „aber viele andere sind auch deutlich teurer.“ Schon in Städten wie Frankfurt am Main oder München gebe es ein Preisniveau, das absolut konkurrenzfähig sei und eine sehr große Preisspanne. Das gelte im Übrigen auch für die Gastronomie.

„Berlin ist dann noch einmal etwas Besonderes, davon kann man in vielen anderen Metropolen nur träumen“, erläuterte Gilles. „Da herrscht ein beinharter Wettbewerb, der Gast weiß das zu schätzen. Man kann in Berlin-Mitte ein Zimmer in einem Viersterne-Hotel für 70 Euro die Nacht bekommen.“

Für 2013 rechnet der DTV mit noch mehr Touristen: „Wir gehen von einem Wachstum von einem bis zwei Prozent aus, sind aber vorsichtig, weil wir wissen, dass wir schon auf einem sehr hohen Niveau sind.“

Lutherjahr 2017

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