Cleverer Schachzug der Natur Warum verlieren Bäume im Herbst eigentlich ihre Blätter?

Service | Trier · Rot, Gelb, Braun – so bunt leuchtet das Laub im Herbst, bevor es von den Bäumen fällt. Das Naturschauspiel wiederholt sich jedes Jahr. Aber warum verlieren Bäume eigentlich ihre Blätter? Hier gibt es die Antwort.

 Buntes Laub auf dem Rasen – das ist ein häufiges Bild im Herbst. Aber warum verlieren Bäume ihre Blätter überhaupt?

Buntes Laub auf dem Rasen – das ist ein häufiges Bild im Herbst. Aber warum verlieren Bäume ihre Blätter überhaupt?

Foto: dpa-tmn/Friso Gentsch

Wunderschön und gleichzeitig ein bisschen traurig. Doch zum Glück nicht endgültig. Nachdem Laubbäume das ganze Jahr über saftige grüne Blätter tragen, erstrahlen sie genau jetzt – im Herbst – leuchtend bunt in gelben, roten und braunen Farbtönen. Das ist das klare Zeichen, dass der Winter kommt, die Temperaturen abkühlen und die Bäume bald farblos und kahl sein werden. Denn sie werfen ihre Blätter jedes Jahr ab, um im Frühjahr wieder neue zu bilden. Aber warum eigentlich?

Bäume entziehen den Blättern im Herbst das Chlorophyll

Ganz einfach ausgedrückt, ruhen sich die Bäume in der kalten und dunklen Jahreszeit einfach mal aus. Sinkende Temperaturen und weniger Sonnenlicht lösen das Herabfallen der Blätter aus. Doch zuvor entzieht der Baum seinen Blättern das Chlorophyll, das für die grüne Blattfarbe verantwortlich ist. Chlorophyll ist ein wichtiger Nährstoff, mit dem der Baum das Sonnenlicht einfängt, das er zum Leben braucht. Auch Mineral- und andere Stoffe zieht der Baum zurück in Äste, Stamm und Wurzeln – lagert alles quasi ein bis zum nächsten Frühling.

Durch das fehlende Chlorophyll kommen die anderen Farben der Blätter zum Vorschein, die das Blattgrün sonst überdeckt. Bevor ein Blatt allerdings vom Baum fällt, trennt der Baum die Verbindung. Zwischen Zweig und Blatt entsteht eine korkartige Trennschicht, die die Wasserversorgung unterbricht. Das Blatt vertrocknet quasi. Und schon ein leichter Windstoß löst es dann vom Zweig und lässt das Blatt zu Boden wirbeln.

Nadelbäume verlieren ihre Nadeln nicht – stimmt nicht!

Dass Nadelbäume ihre Nadeln nicht verlieren, stimmt übrigens nicht. Die Lärche ist einer der wenigen Nadelbäume, der im Herbst bzw. Winter seine Nadeln verliert. Die Lebensdauer von Fichtennadeln liegt dagegen etwa bei sieben Jahren, Tannennadeln werden noch etwas älter, bis sie abfallen.

Ohne das Abfallen der Blätter würde der Baum den Winter nicht überleben. Aber warum? Der Abwurf der Blätter schützt den Baum im Winter vor dem Vertrocknen. Denn über die Blätter geben die Bäume viel Wasser ab, es verdunstet. Weil es im Winter oft trocken ist und die Böden gefroren sind, ist der Baum nicht in der Lage, so viel Wasser aufzunehmen wie im Sommer. Außerdem sind Blätter mit feinen "Wasseradern" durchzogen, die im Winter zu Eis werden und das Blatt erfrieren lassen würden. Nur durch das Abwerfen schützt der Baum sich also vor dem Austrocknen.

Bäume profitieren von herabgefallenem Laub

Ein cleverer Schachzug der Natur also. Denn der Baum hat noch weitere Vorteile vom herabgefallenen Laub. Zum einen kann sich auf den kahlen Ästen weniger Schnee sammeln, was die Äste vor dem Brechen schützt. Und die warme Laubdecke schützt die Wurzeln, die nicht so tief liegen, vor Frostschäden.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort