Sieben auf einen Streich

Verpackungen von Lebensmitteln sind oftmals mit einer Vielzahl von Werbebotschaften bedruckt. Die zahlreichen Abbildungen und Informationen sind oft unübersichtlich und helfen nicht wirklich beim Einkauf.

Lassen Sie sich nicht von Aussagen wie "fit" oder "Wellness" täuschen. Drehen Sie die Packung einfach einmal um, prüfen im Kleingedruckten, ob das Produkt die Auszeichnung wirklich verdient hat. Wurde zum Beispiel wirklich an Fett, Zucker oder Energie gespart? Wer sich für diese inneren Werte von Lebensmitteln interessiert, musste bisher darauf hoffen, dass Anbieter freiwillig die Nährwerte angegeben haben. Diese Kür hat seit Dezember letzten Jahres ein Ende. Seitdem sorgen sieben Pflichtangaben europaweit einheitlich für mehr Transparenz am Supermarktregal. Interessierte können jetzt auf nahezu jedem verpackten Lebensmittel nachlesen, wie viel Kalorien, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz enthalten sind. Die Werte sind auf 100 Gramm oder 100 Milliliter in einer Tabelle anzugeben. Positiv ist, dass alle Ein- und Zweifachzucker im Lebensmittel erfasst werden müssen, egal ob sie zugesetzt oder von Natur aus in den Zutaten enthalten sind, beispielsweise bei Trockenfrüchten im Müsli. Auch der Salzgehalt muss bei Produkten angegeben werden, denen zwar kein Salz zugesetzt wurde, die aber von Natur aus Natrium enthalten. Der Blick auf die Verpackung lohnt sich also zukünftig noch mehr. Vor allem, wenn man die Nährwerte von Produkten verschiedener Hersteller innerhalb eines Sortiments vergleichen möchte. Ein großes Manko bleibt: Nach wie vor lässt sich nicht auf einen Blick erkennen, ob der Gehalt an Fett, Zucker oder Salz hoch, mittel oder niedrig zu bewerten ist. Der Gesetzgeber konnte sich nicht zu einer verbraucherfreundlicheren Ampelkennzeichnung durchringen. Wir zeigen die Rote Karte!Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Kolumnen finden Sie unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumnen" text="www.volksfreund.de/kolumnen" class="more"%> Kolumne Mahlzeit