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So klappt es auch bei über 50-Jährigen mit dem neuen Job

So klappt es auch bei über 50-Jährigen mit dem neuen Job

Die Situation am regionalen Arbeitsmarkt ist gut. Dennoch gibt es über 10 000 Menschen, die aktuell einen Job suchen. Wer 50 Jahre und älter ist, kann dabei auf die Unterstützung des Projekts 50plus hoffen. Bei einer TV-Telefonaktion gaben Experten Anrufern Hilfestellung.

Trier. "Ich finde seit drei Jahren einfach keinen neuen Job als Diplom-Chemiker. Was kann ich tun?" "Was bedeutet Perspektive 50plus?" Zwei Arbeitsvermittler sowie der Geschäftsführer des Jobcenters Bernkastel-Wittlich beantworteten zahlreiche Leserfragen am Telefon. Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten:Ich (50) finde seit drei Jahren einfach keinen neuen Job als Diplom-Chemiker.Thomas Jamin, Arbeitsvermittler im Jobcenter Bernkastel-Wittlich: Mit dieser Qualifikation dürfte es eigentlich kein Problem sein, auch in Ihrem Alter noch einen Job als Chemiker zu finden. Konzentrieren Sie sich mit Ihren Bewerbungen geografisch betrachtet auf den chemielastigen Raum in Lörrach und Basel. Seien Sie offen zu Ihrem Arbeitsvermittler, auch was persönliche Probleme anbelangt, und bitten Sie ihn gegebenenfalls um einen Vermittlungsgutschein, um einen privaten Arbeitsvermittler, der auf Erfolg bezahlt wird, einschalten zu können. Mit Hilfe der beiden Vermittler sollte herausgefunden werden, wo die Blockaden liegen. Denn in Ihrem Fall kann es meiner Meinung nach das Alter alleine nicht sein.Ich bin 52 Jahre alt und habe verschiedene Ausbildungen abgeschlossen. Unter anderem war ich jahrelang im Bereich Versicherungen selbstständig. Ich habe keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Was empfehlen Sie mir?Werner Freudenthal, Arbeitsvermittler Jobcenter Bernkastel-Wittlich: Melden Sie sich auf alle Fälle, obwohl sie kein Arbeitslosengeld beziehen, bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend. Dadurch haben Sie dann einen Anspruch auf Leistungen wie Beratungen oder gegebenenfalls könnten sie einen Bildungsgutschein erhalten. Mit einem Bildungsgutschein etwa könnten Sie eine weitere Qualifizierung anstreben, die Ihnen dann bessere Einstiegschancen bietet.Was verbirgt sich hinter der Perspektive 50plus?Hans-Georg Simon, Geschäftsführer Jobcenter Bernkastel-Wittlich: Das ist ein Bundesprojekt zur Förderung älterer Langzeitarbeitsloser. Die Aktion wird innerhalb von 78 regionalen Beschäftigungspakten von insgesamt 421 Jobcentern durchgeführt. Unser Pakt heißt "Handdrauf Beschäftigungspakt West-Süd-West" und ist der größte in Deutschland. Aktuell zählen 37 Jobcenter dazu. Wir konnten im vergangenen Jahr rund 5700 Langzeitarbeitslose erfolgreich vermitteln. Alle, die Arbeitslosengeld II beziehen und älter als 50 Jahre sind, können teilnehmen. Das heißt: Teilnehmer können ein Vermittlungszentrum besuchen und erhalten umfassende Hilfe, um wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Das reicht von der Unterstützung bei Bewerbungen oder Hilfe beim Erlangen des Führerscheins bis hin zur Beratung bei persönlichen Problemen.Ich bin 62 Jahre alt, Techniker und beziehe seit sieben Jahren eine Erwerbsminderungsrente, die nun ausläuft. Mir geht es gesundheitlich wieder besser, und ich möchte nun wieder im Betrieb meines früheren Arbeitgebers einsteigen. Ist dies möglich? Und was ist, wenn ich es dann doch nicht schaffe? Wie bin ich dann abgesichert?Thomas Jamin: Selbstverständlich können Sie dort wieder eine Arbeit aufnehmen. Wichtig ist zum einen für Ihre Absicherung, dass Sie während zwei Jahren an 360 Tagen versicherungspflichtig beschäftigt sind. Damit erlangen Sie dann einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Aber auf jeden Fall könnten Sie Arbeitslosengeld II beantragen. Fragen Sie bei der Agentur für Arbeit nach, ob Sie eventuell aus den "alten" Beschäftigungszeiten Ansprüche haben. Und: Ihr ehemaliger und zukünftiger Arbeitgeber könnte einen Eingliederungszuschuss beantragen. kat