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So könne Sie Hämorrhoiden behandeln lassen.

Kolumne Hauptsache gesund! : Hämorrhoiden – ein unangehmes Problem

Patienten mit Problemen im Bereich des Afters kommen oft in meine Sprechstunde und teilen mit, sie hätten „Hämorrhoiden“. Das kann man bei jedem Menschen bejahen, denn jeder Mensch hat Hämorrhoiden.

Diese venösen Blutpolster liegen unter der Schleimhaut und dichten den After für Winde und flüssigen Stuhl ab. Ohne Hämorrhoiden wären wir nämlich für Winde und flüssigen Stuhl inkontinent. Diese Hämorrhoiden ohne Symptome bedürfen keiner Behandlung.

Die Aussage „ich habe Hämorrhoiden“ bei analen Beschwerden ist irreführend, da eine Vielzahl von proktokologischen Krankheitsbildern Beschwerden in diesem Bereich verursachen kann.

Wenn Hämorrhoiden Symptome verursachen, spricht man vom Hämorrhoidalleiden. Dies soll man behandeln. Die Symptome sind vielfältig und uncharakteristisch. So gehören Blutungen, Schmerzen, Nässen Juckreiz und Hautentzündungen um den After zu den Symptomen.

Die Hämorrhoiden werden je nach Ausprägung in vier Grade eingeteilt. Erstgradige Hämorrhoiden sind Erweiterungen der Venenpolster, die bei der Proktoskopie (Enddarmspiegelung) festgestellt werden. Zeitgradige Hämorrhoiden fallen beim Pressen vor und drittgradige Hämrrhoiden müssen zurückgedrückt werden. Viertgradige Hämorrhoiden lassen sich nicht dauerhaft zurückdrücken.

Dabei richtet sich die Art der Behandlung nach den Stadien der Erkrankung. Bei allen Graden sollte eine Stuhlgangregulation erfolgen, so dass weder eine Verstopfung noch Durchfälle bestehen. Der Nutzen von lokal wirkenden Salben und Zäpfchen ist umstritten und lindert kurzfristig den Juckreiz oder bessert die Blutungsneigung.

Ansonsten werden die Stadien 1 und 2 mittels Verödung oder dem Abbinden der Hämorrhoiden, man nennt dies Gummibandligatur, problemlos therapiert. Bei Hämorrhoiden 3. und 4. Grades hilft die Operation. Dabei kommen heute meist sehr schmerzarme Verfahren wie die sogenannte Staplerhämorroidektomie, die Diodenlasertherapie oder die Hämorrhoidenraffung zur Anwendung.

Ganz wichtig ist es bei Blutungen andere, gefährlichere Blutungsquellen (Polypen oder Krebs) auszuschließen! Bei entsprechenden Symptomen sollten Sie sich bei Ihrem behandelnden Arzt vorstellen.

Professor Dr. Pan Decker, Chefarzt der Chirurgischen Klinik I Klinikum Mutterhaus der Borromäerrinen.