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So wachsen Scheidungskinder gut auf

So wachsen Scheidungskinder gut auf

"Neuere Studien haben gezeigt, dass Kinder sich auch bei einer Trennung oder Scheidung gesund entwickeln, wenn die Beziehungen gut gestaltet sind", sagt Psychologin Denise Schneider. Gemeinsam mit Sozialpädagogin Elke Hermes gab Sie unseren Lesern Tipps am Telefon.

Was tun, wenn das eigene Kind glaubt, an der Trennung der Eltern schuld zu sein? Das war eine der Fragen, die TV-Leser Experten am Telefon gestellt haben. Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten:Ich sorge mich um meine beiden Enkelkinder, weil die Eltern sich trennen. Wie kann ich meinen Sohn und die Enkel unterstützen?Denise Schneider, Diplom-Psychologin in der Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Hermeskeil und Bitburg: Wichtig ist, zu schauen, dass die Kinder Sicherheit bekommen. Zum Beispiel sollten ihnen kindgerechte Informationen gegeben werden. Sie sollten etwa erfahren, was sich verändern und was gleich bleiben wird, wo sie leben oder wann sie Papa und Mama sehen werden. Wichtig ist, dass Themen, die das Paar betreffen, nur unter den Erwachsenen besprochen werden. Dazu gehören etwa die genauen Gründe für die Trennung. Und Abwertungen des anderen sollten auf alle Fälle vermieden werden!Mein Sohn glaubt, dass er Schuld an unserer Trennung hat. Er nimmt an, dass sein Papa gegangen ist, weil er nicht brav genug war. Was kann ich tun?Denise Schneider: Das ist eine typische Reaktion für Trennungs- und Scheidungskinder. Sie glauben häufig, dass sie Schuld tragen. Sagen Sie Ihrem Sohn, dass es eine Entscheidung zwischen Ihnen und Ihrem Mann war. Und sagen Sie ihm, dass er nichts tun kann, dass Papa und Mama wieder zusammenkommen. Damit nehmen Sie dem Kind die Verantwortung und Schuld. Sagen Sie es immer und immer wieder.Wir wollen uns trennen. Wie können wir es den Kindern sagen und die bevorstehende Zeit gut überstehen?Denise Schneider: Scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen, um individuelle Lösungen für Ihre Familie zu finden.Nach dem Papa-Wochenende ist meine Tochter immer total durcheinander. Ich zweifle, ob die Besuche beim Vater dem Kind guttun.Elke Hermes, Sozialpädagogin in der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werks in Trier und Traben-Trarbach: Es ist nicht der Papa, der für das Kind schwierig ist, sondern die Situation bringt Ihre Tochter durcheinander. Der Kontakt zum Vater ist wichtig für das Kind. Sorgen sie beide für gute Rahmenbedingungen, etwa dass die Übergabe in gutem Einvernehmen klappt. Es entlastet Kinder enorm, wenn sie wissen dass sie eine gute Zeit sowohl beim Papa als auch bei der Mama haben dürfen. Man muss ihnen auch Zeit zugestehen, sich wieder an die jeweilige Situation anzupassen.Seit mein Ex-Mann eine neue Partnerin hat, fallen die Besuchswochenenden öfter mal aus. Unser Sohn ist seitdem häufig wütend, er rastet förmlich aus. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.Elke Hermes: Für ihn ist die Situation schwierig, wenn die Kontakte zum Vater nicht verlässlich sind. Sprechen Sie, wenn möglich, mit dem Vater über die Situation. Ihrem Sohn könnte es guttun, an einer Gruppe für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien teilzunehmen. Dort kann er die Erfahrung machen, dass er nicht alleine mit dem Thema ist und dass eine Trennung auch Positives mit sich bringen kann. Auch Sie können Hilfe in einer Beratungsstelle erhalten. kat