1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Sommerzeit: Zeitumstellung in Deutschland - Wichtige Fragen&Antworten

Ab 28. März : Umstellung auf Sommerzeit: Wenn dir eine Stunde Schlaf fehlt - Die wichtigsten Fragen&Antworten

Am 28. März ist es soweit, wir drehen an der Uhr: Warum ab kommenden Sonntag wieder mal die Sommerzeit gilt – und was das für uns bedeutet.

Sommer ist Gute-Laune-Zeit: Morgens freuen wir uns über die die wärmenden Sonnenstrahlen. Und am Abend, wenn es selbst am späten Abend draußen noch hell ist (und warm), genießen wir jede Minute Sonnenlicht auf dem Balkon, im Garten oder auf der Kneipenterrasse. Aber dafür an der Uhr drehen? Nicht alle sind damit einverstanden, mit dem beginnenden Vorsommer wie jedes Jahr auf die Sommerzeit umzustellen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Zu welcher Uhrzeit wird umgestellt?

Mitten in der Nacht, am Sonntagmorgen, den 28. März. Um 2 Uhr wird sie eine Stunde vorgedreht – also auf 3 Uhr. Die Zeit „dazwischen“ fällt einfach weg.

Muss ich also mitten in der Nacht aufstehen, um die Uhr umzustellen?

Es ist ja Wochenende, die meisten dürften also so oder so ausschlafen können. Wer aber an diesem Sonntag etwa berufsbedingt früh aufstehen muss, und auf die korrekte Uhrzeit angewiesen ist, dürfte sich auf die moderne Technik verlassen können: Funkwecker und Handys stellen von sich aus die Uhrzeit automatisch um. Wem das nicht zur Verfügung steht: Abends vor dem Schlafengehen einfach schon mal die Uhr um eine Stunde vorstellen. Oder den Wecker früher stellen, sofern er ohne Funk oder Internet ausgestattet ist.

Was hat die Umstellung zu Folge?

Ab diesem Sonntag wird es am Morgen erst später hell. Dafür haben wir am Abend länger das Sonnenlicht zur Verfügung. Mit anderen Worten: Wir können abends länger das Tageslicht genießen, was zum Beispiel Sportlern und Biergartenbesuchern entgegenkommen dürfte.

Was bedeutet das für Langschläfer?

Wir verlieren eine Stunde Schlaf. Wer also zum Beispiel gern bis 10 oder 11 Uhr durchschläft, wird beim Aufwachen feststellen, dass es schon Zeit zum Mittagessen (nach üblicher Zeit) sein könnte. Das mag am Sonntag noch ok sein. Aber unter der Woche fehlt uns vielleicht anfänglich eben diese Stunde, um in den Tag gutgelaunt zu starten, wenn der Wecker um 6 Uhr klingelt - und man sich selbst gefühlt noch um 5 Uhr wähnt.

Seit wann gibt es die Sommerzeit?

Eingeführt wurde sie in Deutschland im Jahr 1980, kurzzeitige Vorläufer gab es aber im Ersten und im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit 1996 gelten in der Europäischen Union einheitliche Zeiten für die Umstellung.

Warum wird umgestellt?

Hinter der Idee einer künstlichen „Sommerzeit“, in Abweichung zur „Normalzeit“, steht der Gedanke, das natürliche Sonnenlicht besser im Alltag zu nutzen sowie Energiekosten einzusparen. Früher wachten wir sozusagen mit der Sonne auf, und das dann zu unterschiedlichen Zeiten je nach Jahreszeit. In der modernen Kommunikation über große Entfernungen sowie Arbeitswelt gelten aber feste Uhrzeiten, egal ob Sommer oder Winter. Je nach Jahreszeit spüren wir beim Aufstehen also viel - oder gar kein Sonnenlicht auf unserer Haut. Und betätigen dann den Lichtschalter, um was sehen zu können.

Wenn zum Beispiel gemäß „Normalzeit“ um 18 Uhr die Sonne untergeht, würden wir bis 22 Uhr, ehe wir todmüde ins Bett fallen, die Lampen zu Hause eingeschaltet haben. Vier Stunden lang. Mit der Sommerzeit geht die Sonne erst um 19 Uhr „unter“ – und wir haben nur drei Stunden Stromverbrauch bis zur Nachtruhe. Nachteulen ausgenommen. Im Juni erfreut uns die Sonne - mit der Sommerzeit - sogar bis nach 21 Uhr.

Zudem legt die Sonne aufgrund der Rotation der Erde um sie herum in den wärmeren Monaten schon früher los mit ihrem Tagewerk und werkelt auch länger. Anfang Mai beispielsweise würde uns der gelbe Stern ohne Sommerzeit schon ab 5 Uhr morgens anstrahlen. Mit der Sommerzeit ist es Anfang Mai nun 6 Uhr, wenn die Sonne und vielleicht zeitgleich der Wecker loslegen. Einen Monat später würde die Sonne in „Normalzeit“ sogar schon nach 4 Uhr früh loslegen. Da dürften aber nicht wenige von uns noch schlafen.

Könnten wir die Sommerzeit nicht dauerhaft beibehalten?

Auch der schönste Sommer geht irgendwann wieder vorbei. Zum Winter hin werden die Tage aufgrund der Wanderung der Erde um die Sonne herum kürzer. Die Sonne geht später auf, es wird früher dunkel. Würden wir die Sommerzeit dauerhaft beibehalten, wäre es im Dezember morgens länger dunkel – bis hin in den Vormittag hinein, wenn üblicherweise die allermeisten schon aktiv sein dürften. Dafür hätten wir zum Abend hin eine Stunde mehr Tageslicht im Winter.

Wann wird wieder auf „Winterzeit“ zurückgestellt?

Strenggenommen ist es ja die Rückkehr zur „Normalzeit“, umgangssprachlich hat sich der Begriff „Winterzeit“ eingebürgert. Datum ist Sonntag, der 31. Oktober. Dann wird die Uhr von 3 Uhr nachts auf 2 Uhr zurückgedreht. Wir gewinnen in der Nacht eine Stunde Schlaf dazu. Und dagegen dürfte nichts einzuwenden zu sein.

Sorgt die ständige Umstellung für Probleme?

Im vergangenen Jahr warnte 2020 der ADAC, dass durch die Zeitumstellung der Biorhythmus durcheinanderkommen könne. Die Anpassungszeit könne mehrere Tage dauern, so der ADAC. Zudem falle der morgendliche Berufsverkehr anfänglich wieder in die Dämmerung. „Da viele Tiere dämmerungsaktiv sind, lauern hier Gefahren für Mensch und Tier“, so der Autoverein. Das betreffe Rehe oder Wildschweine. Die Gefahr von Wildunfällen nehme nach der Zeitumstellung um.

In einer repräsentativen Umfrage der DAK Krankenkasse vom Oktober 2018 teilte ein Viertel der Befragten mit, unter gesundheitlichen Problemen infolge der Umstellung zu leiden. Am häufigsten nannten die Betroffenen, müde oder schlapp zu sein und Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen zu haben. Vor allem Menschen im Alter von 45 bis 59 Jahren würden unter der Zeitumstellung leiden, so das Ergebnis der Umfrage.

Auch das Argument des Stromsparens zählt offenbar nicht. So teilte das Umweltbundesamt im vergangenen Jahr mit: „Zwar wird durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht angeknipst – im Frühjahr und Herbst jedoch wird in den Morgenstunden auch mehr geheizt. Das hebt sich gegenseitig auf.“ Die Zeitumstellung bringe also spartechnisch anscheinend keinen Vorteil.

Wer will noch die Sommerzeit?

Geht es offenbar nach vielen Menschen heißt die Antwort: Nicht viele. 2018 ergab die oben genannte Umfrage der DAK-Krankenkasse, dass 80 Prozent der Befragten die Zeitumstellung für nicht sinnvoll hielten. 2013 seien es erst 69 Prozent gewesen. Und: Etwa jeder zweite Befragte würde es vorziehen, die Sommerzeit dauerhaft beizubehalten. Als Grund wurde genannt, dass es abends dann länger hell sei.

Das Europäische Parlament hat 2019 nach einer EU-weiten Umfrage, an der 4,6 Millionen Menschen teilnahmen, sogar für die Abschaffung der Zeitumstellungen zum Jahr 2022 gestimmt. Doch umsetzen sollen das die EU-Mitgliedsstaaten - sich also entscheiden, ob sie dauerhaft auf die Sommerzeit verzichten oder dauerhaft zu ihr wechseln. Und eine solche Entscheidung ist bislang in keinem Land gefallen, nicht zuletzt weil es bislang keine Einigung gibt, welche Uhrzeit – Sommer- oder Winterzeit - europaweit gelten sollte.

Wechseln eigentlich nur die Europäer in die Sommerzeit?

Tatsächlich müssen auch Menschen in anderen Ländern an der Uhr drehen. So wechselt Jordanien am Freitag (statt Sonntag) und Kanada und die USA sind bereits mittendrin (und länger, bis zum 7. November). Mexiko folgt erst am 4. April, wechselt aber wie die Europäer Ende Oktober zurück zur Normalzeit. Sehr viele Staaten wechseln aber gar nicht. Und Chile auf der Südhalbkugel führt Anfang April die „Winterzeit“ ein. Dann werden die Uhren um Mitternacht auf 23 Uhr zurückgestellt. Die Menschen dort schlafen in dieser Nacht also eine Stunde länger. Und nicht weniger wie wir am kommenden Sonntag.