Gartentipps vom Profi Letzte Gartenarbeiten im Jahr sportlich nehmen

Da liegst du ja voll im Trend, dachte ich mir und schob vergnügt die Schubkarre durch das Gelände. So muss Resonanzsport aussehen: Kraftvoll eine Ladung Hackschnitzel nach der anderen für den Gartenweg schieben und das draußen an der frischen Luft.

Eine Schubkarre als Sportgerät: Das Aufräumen im Garten wird zum Fitness-Programm.

Eine Schubkarre als Sportgerät: Das Aufräumen im Garten wird zum Fitness-Programm.

Foto: Getty Images/sturti

Von dem Sport, der uns mit unserer Umgebung „in Resonanz“ bringt, habe ich im aktuellen Magazin meiner Krankenkasse gelesen. Ein Sport, der positive Impulse auslöst und das Bedürfnis nach Verbundenheit mit Mensch und Natur in Bewegung umsetzt. Mit dem Namensgeber der neuen Bewegung Oona Horx Strathern gehe ich hundert Prozent d’accord, wenn er sagt „in Wirklichkeit wollen die Menschen mehr als einen Superbizeps.“ Gartenmenschen wollen um diese Zeit des Jahres das Laub vom Rasen unter die Hecken rechen und auf Baumscheiben, oder zwischen mediterranen Kräutern verteilen, um sie im Winter vor starkem Frost zu schützen. Sie wollen ihre nicht gepflasterten Wege in Ordnung bringen, damit man auf dem glitschigen Untergrund nicht ausrutscht. Sie wollen ihren Komposthaufen umsetzen. Ich glaube die Kraftübung heißt jetzt „Squats“. Jedenfalls ist ein bisschen „Kniebeuge“ beim Schaufeln nicht verkehrt. Dabei immer an die Spannung in Bauch denken.

Ist es nicht fantastisch, den Body mit gärtnerischen Tätigkeiten im Freien zu trainieren?! Die Wissenschaft hat ja auch längst belegt, dass Zeit in der Natur das Gefühl von Glück und Zufriedenheit steigert und mentale Erschöpfung reduziert. Wenn ich mir jetzt eine Matte schnappe, dann nicht etwa, um darauf Pilates, Yoga oder sonstige körperliche Ertüchtigung abzuhalten. Mit einer Schilfrohr- oder Kokosmatte werden sensible Sträucher und frisch gepflanzte Gehölze umwickelt, die in der Anwuchsphase frostempfindlich sind. Der Winterschutz ummantelt den Topf von Kübelpflanzen, die in Noppenfolie gehüllt, die kalte Jahreszeit draußen verbringen können. Manchmal kommt man dabei richtig ins Schwitzen, weil das Gefäß erst einmal auf die Untersetzer gewuchtet werden muss. So läuft Regenwasser besser ab.

Zum Zirkeltraining wird das Ganze, wenn man alle Gartenstationen durchgeht, die vor dem Wintereinbruch erledigt werden wollen. Heute würde man natürlich von Work-out sprechen: Gartenwasser abdrehen, Gartenmöbel zusammenräumen und vor Nässe schützen, Herbst-Himbeeren wie ,Autumn Bliss’, von denen man gerade noch die letzten Früchte genascht hat, bodennah kappen. Stressen lasse ich mich aber nicht. Erledigt wird nur, was wirklich resoniert.