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Tipps von der TV-Gartenexpertin

Garten : Granatäpfel kann man selbst anbauen

Ein Granatapfel trägt zur festlichen Stimmung bei. Logisch, dass man die Delikatess-Frucht gerne im weihnachtlichen Raum dekoriert. Nachdem er die Tafel majestätisch geschmückt hat – die Frucht stand Modell für den Reichsapfel, welchen Herrscher auf alten Abbildungen als Symbol königlicher Macht oft in der einen Hand halten – kann man die fleischige Fruchthülle der Samen im Inneren zum Dessert löffeln.

Wäre das eine Schau, wenn die Früchte aus dem eigenen Garten kämen. Kein Problem, versichert mir ein Experte auf dem Gebiet. Längst gibt es Fruchtsorten für den Eigenbedarf. Die mediterranen Gewächse tragen die wohlklingenden Namen Provence und Wonderful. Ihre Früchte werden mit fünf bis zehn Zentimeter Durchmesser nicht so groß wie die – Originalton: „Ballermänner“ aus dem Supermarkt. Aber größer als die reine Zierform sind sie doch. Mit der bekannten Kübelpflanze Punica granatum Nana darf man sie nicht verwechseln. Zier-Granatapfel und Fruchtsorten haben nur den Namen gemeinsam und die Möglichkeit, im Kübel kultiviert zu werden. In geschützten Lagen des Mosel-Weinbauklimas sei das Auspflanzen aber oft die bessere Variante, erklärt mir der Experte. Kübel werden meist viel zu früh eingeräumt. Leichter Nachtfrost, ja sogar tiefe Temperaturen bis minus fünf Grad machen den strauchartig wachsenden Bäumchen gar nichts aus. Es sei im Gegenteil sogar förderlich. Der Kälteimpuls regt den Saftstrom an. Ideal sind Wintergärten oder Kalthaus. Winterquartiere in Garage und Keller dagegen seien erfahrungsgemäß zu warm und dunkel. Dabei gilt für den Granatapfel wie für viele andere mediterrane Kübelpflanzen: so hell und kühl wie möglich überwintern. Erst wenn Dauerfrostperioden drohen, schiebt man die Kübelpflanzen rein. Ausgepflanzte Exemplare sollen kurzzeitig sogar zweistellige Minusgrade bis minus 15 Grad Celsius standhalten können. Gegen bittere Kälte hat man sie natürlich geschützt. Bewährt hat sich ein Zaundrahtgeflecht um den Stamm, in das man trockenes Falllaub füllt. Wird es richtig kalt, hilft ein übergestülptes Frostschutzvlies die Krone zu schützen. Es ist wirklich ein royales Bäumchen.

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