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Tipps von der TV-Gartenexpertin

GArten : Pflanzen mit nassen Füßen

Die steigenden Pegelstände der letzten Tage haben ein Thema hochgespült: Was gedeiht in Flussauen und Gebieten, die regelmäßig überschwemmt werden? Und lässt sich daraus eine Pflanzenliste für feuchte Stellen im Garten ableiten?

Tatsächlich macht die Natur uns in Überschwemmungsgebieten vor, was alles geht. Kleine und kleinste Gewässer können bei Tauwetter oder nach starken Regenfällen schnell anschwellen und in Schönwetterperioden ebenso schnell trockenfallen. Stauden wechselfeuchter Standorte kommen damit klar. Faszinierende Spezies sind in diesem Zusammenhang Sumpfpflanzen. Ihre untergetauchten Teile entwickeln ein locker-schwammiges Gewebe, das sich wie ein Mantel am Stängel hinaufzieht, und sie wie den Unterwasserschwimmer über seinen Schnorchel atmen lässt.

Wer an einen Naturteich im Garten denkt, wird bei Pflanzen für die Sumpfzone fündig. Auf alkalischen Böden sind so dankbare Pflanzen wie Blutweiderich darunter. Auf sauren Böden gedeiht Poleiminze. Im neutralen Bereich ist Wasserkresse doppelt nützlich. Ihre jungen Triebe sind essbar und schmecken wie eine Mischung aus Meerrettich und Brunnenkresse. Im botanischen Namen Rorippa amphibia steckt das Amphibienhafte schon in der Artbeschreibung. Die Wasserkresse kann an Land und zu Wasser stehen. Wer eine nasse Stelle im Garten hat oder einen Teich, ist mit dem ausdauernden Kreuzblütler bestens bedient. Solange man sie ausreichend feucht hält, lässt sich die auch als Wildes Wasserradieschen bezeichnete Pflanze sogar im Kübel kultivieren.

Ein Phänomen auf wechselfeuchten Standorten ist der altbekannte Schnittlauch. Bei mir hat er sich zwischen den Fugen auf dem Balkon versamt. Nach einem nassen Winter und in regenreichen Zeiten bleibt Wasser in den Ritzen stehen. Das gefällt dem Würzkraut. Die heißen Sommermonate übersteht er problemlos, weil seine Brutzwiebeln unter den Platten im Schatten liegen. Im normalen Gartenbeet wächst er übrigens nie so üppig wie an diesem Extremstandort.

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