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Tipps von der TV-Gartenexpertin

Garten : Bärlauch ernten

Die erste frische Würze aus dem Garten im Jahr liefert der Bärlauch. Ich liebe es, wie sich die saftig grünen Blätter den Weg durch das Falllaub im Heckenquartier bahnen oder in Randbereichen aus dem noch weitestgehend kahlen braunen Boden schießen.

Genauso kräftig ist sein Geschmack nach Knoblauch. Kleiner Exkurs: Wer es im Herbst nicht geschafft hat, Knoblauchzehen zu stecken, kann sie jetzt noch setzen, wie Zwiebeln und Schalotten. Erntereif sind sie im Spätsommer, wenn die Stängel verdorren. Bei Herbstpflanzung können die Zwiebelchen noch gut einwurzeln und danken den Vorsprung gegebenenfalls mit größeren Knollen. Auf sehr schweren Böden passiert aber das Gegenteil und die Frühjahrspflanzung ist ratsamer. Mit der nächsten Verwandtschaft teilt Bärlauch die gesundheitsfördernde Wirkung – wenn man Knoblauch verträgt. Er stoppt Entzündungen, wirkt blutdrucksenkend und beugt Arterienverkalkung vor. Kräuterpfarrer Johann Künzle stellte schon seinerzeit fest: „Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.“ Seine bärenstarke Wirkung trägt das vitaminreiche Wildkraut im Namen.

Als es bei uns noch Bären gab, wollen die Menschen beobachtet haben, wie der aus dem Winterschlaf erwachte Meister Petz sich die Frühlingskräfte tatzenweise ins Maul schaufelte. So viel Lebenskraft auf einmal kann der Mensch sich nicht einverleiben, weshalb er diverse Rezepte erfunden hat. Gerne wird Bärlauch in Essig und Öl konserviert, zu Pesto bereitet oder als Bärlauchsalz verarbeitet. In Kochsendungen wird das Wildkraut mit Kultstatus von der Bärlauch-Suppe über die Bärlauch-Gremolata bis zur Bärlauch-Falafel in so ziemlich allem verbacken, verührt oder aufgestrichen was man sich vorstellen kann.

Mir ist die einfachste Art am liebsten: Zum Würzen des Salats, in Quark oder zum Garnieren jeglicher herzhafter Speisen schneidet man ein paar Blätter frisch klein. Das feine Schneiden ist wichtig. Sowohl gehackte als auch pürierte Blätter schmecken bitter. Nicht den Geschmack trifft Bärlauch erfreulicherweise bei Schnecken. Sie lassen das frische Grün in Ruhe. Vor ihrer Gefräßigkiet muss man schon wieder auf der Hut sein. Junge Austriebe vieler Stauden sind jetzt besonders gefährdet.

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