1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Tipps von der TV-Gartenexpertin

Garten : Rosmarin nicht radikal zurückschneiden

Jetzt zeigt sich, welche Frostschäden der Winter an mediterranen Zwergsträuchern hinterlassen hat. Lavendel, Thymian, Bergbohnenkraut und Rosmarin sehen um diese Jahreszeit meist nicht berauschend aus.

Jedenfalls sind sie kein Vergleich zu den üppig grünen Büschen, die bereits zum Verkauf angeboten werden. Kein Wunder: Solche Kräuter sind im Gewächshaus herangezogen. Will man sie draußen auspflanzen, wartet man besser bis nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. In der Zwischenzeit gewöhnt man sie langsam an das rauere Klima außerhalb der schützenden Glaswände. Zum Glück muss ich meinen Rosmarin in diesem Jahr nicht ersetzen. Er hat den zweiten Winter in Folge immergrün überstanden. Im Weinbauklima der Mosel sind ausgepflanzte Rosmarinbüsche an geschützten Lagen keine Seltenheit. In Eifel- und Hunsrück kann man es dagegen nur mit winterharten Auslesen wagen. Sorten wie ‘Arp’, ‘Veitshöchheim’, ‘Bavaria’ oder ‘Backnang’ vertragen zeitweilig frostige Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius. Gefährlicher als tiefe Temperaturen ist ohnehin oft Winternässe. Steht der Rosmarin dann dürr und braun da, fragt sich so mancher, ob man den Busch durch einen radikalen Rückschnitt wieder revitalisieren kann. Hat Rosmarin keine grünen Triebe mehr, ist es sinnlos tief ins alte Holz zu schneiden und ihn wie andere Gehölze, etwa Eibe, auf Stock zu setzen. Rosmarin besitzt keine Reserveknospen aus denen er frisch durchtreiben könnte. Abgestorbene Büsche kann man gleich entfernen. Zeigt die Nagelprobe  – mit dem Fingernagel die Rinde vorsichtig von einem Ästchen abschaben – dagegen, dass noch Grün vorhanden ist, lohnt der Rückschnitt bis ins grüne Holz. Mit dem Rückschnitt warte ich trotzdem bis zur Kalten Sophie am 15. Mai. Beginnt der Rosmarin nach der Blüte frisch durchzutreiben, sieht man zum einen besser, wo noch Saft in den Trieben steckt. Zum anderen heilen die Schnittstellen zügiger und die Gefahr für das Eindringen von Pilzkrankheiten sinkt.

Weitere Kolumnen finden Sie im Internet unter www.volksfreund.de/garten