1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Tipps von der TV-Gartenexpertin

Garten : Schafwolle als Mulchmaterial

So sehr der Mai mit seinem frischen Grün Wonnemonat ist, so kraftvoll sprießt auch das Unkraut. Nach einem Regenguss lässt es sich besonders leicht aus dem Boden ziehen. Auf den festgetretenen Erdwegen zwischen den Beeten im Bauerngarten kommt die Pendelhacke zum Einsatz.

Ich berichtete schon mal davon. Man schabt das lästige Hartgras, das sich rosettenartig an den Boden drückt, mühelos ab. Und auch das immer häufiger auftretende Behaarte Schaumkraut kommt nicht ungeschoren davon. Auf eine interessante Variante der Unkrautbekämpfung auf naturbelassenen Wegen stieß ich kürzlich in einem Nutzgarten. Sie hat auch mit Scheren zu tun. Auf den Trampelpfaden war Zentimeter hoch Schafwolle verteilt. Weil die Beete im Nutzgarten häufig leicht erhöht sind, liegt die Wolle in den Wegen wie in einem Wiegenbett. Das sieht nicht nur kuschelig aus. Man geht darauf auch herrlich weich. Der eigentliche Zweck ist die Unkrautunterdrückung. Sie funktioniert perfekt. Gleichzeitig wird das natürliche Material mit der Zeit zersetzt und kommt den angrenzenden Pflanzen als organischer Langzeitdünger zugute. Schafwolle wirkt letztlich nicht anders als Hornspäne. Die ungewaschene Schafwolle ist reich an Stickstoff, enthält Kalium, Magnesium und etwas Phosphor, also genau die Nährstoffe, auf die man in Mehrnährstoffdüngern setzt. Im rauen österreichischen Lechtal erlebte ich das erste Mal, wie eine alte Gärtnerin Schafwolle der eigenen Schafe auf dem Kartoffelacker verteilte. Das hielt die Setzkartoffeln, die im Mai in den Boden kommen, bis zum Austrieb nicht nur schön warm, sondern lieferte später auch den nötigen Dünger. Im Handel gibt es mittlerweile eine ganze Reihe industriell aufbereiteter Dünger mit Schafwolle in Pelletform. Man bringt sie wie andere Düngergranulate aus oder weicht sie im Gießwasser auf. Für die letzten Frühjahrsdüngungen wird es nämlich auch Zeit. Bei feuchter Witterung ist die Wirkung optimal.

Weitere Kolumnen finden Sie im Internet unter www.volksfreund.de/garten