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Trotz Eurokrise: Deutsche buchen verstärkt Griechenlandreisen

Trotz Eurokrise: Deutsche buchen verstärkt Griechenlandreisen

Roter Wein, weißer Strand und warmes Wasser sind einfach zu verlockend - oder sind es die Schnäppchenjäger? Trotz Eurokrise reisen die Deutschen verstärkt nach Griechenland.

„Die Buchungen haben im Juli im Vergleich zum gleichen Monat im Vorjahr kräftig zugenommen“, so Sibylle Zeuch, Pressesprecherin vom Deutschen Reiseverband am Freitag in Berlin. Die Lage im Land werde von den Reisenden nach den Neuwahlen als stabiler wahrgenommen. Dazu sei das Angebot an Last Minute-Reisen im Vergleich zu anderen Zielen im Mittelmeer noch verhältnismäßig groß - nach dem schwachen Start in die Saison. „Griechenland ist und bleibt eines der Top-Ten-Reiseziele für die Deutschen. Stammkunden lassen sich nicht so leicht abschrecken“, so Zeuch.

Zulauf verzeichnet zum Beispiel das Reiseportal Holiday Check. Dort buchten im Juli 2012 7,2 Prozent mehr Urlauber Ferienreisen nach Griechenland als im gleichen Monat im Vorjahr, ergab eine Untersuchung. Ausgewertet wurden 20 000 Buchungen des Portals.

„Wir können das bestätigen. Auch wir haben einen Buchungszuwachs bemerkt im Juli 2012 im Vergleich zum Juli 2011“, so Petra Ibanidis von Attika Reisen, einem Reiseveranstalter, der auf Griechenland spezialisiert ist. Ihre Erklärung: Es habe viele positive Berichte über die entspannte Lage an den Ferienorten von den zurückgekehrten Urlaubern gegeben.

„Das Griechenland-Geschäft erholt sich“, sagt auch Anja Braun, Sprecherin von Tui. „Der Juli war sehr stark, was die Buchungen angeht.“ Insgesamt bleibe die Saison aber bislang deutlich hinter den Buchungszahlen des vergangenen Jahres zurück. Der starke Juli könne den schwachen Saisonstart noch nicht ausgleichen.

Reisen nach Griechenland bleiben für Urlauber aber billig. „Das Preisniveau ist verglichen mit der letzten Saison sehr günstig“, sagt Christian Weßels von ITS, Jahn Reisen, Tjaerborg. „Im Schnitt ist es dieses Jahr 10 Prozent günstiger als in der vergangenen Saison“, erklärt Anja Braun von Tui.

Dennoch: „Bei den kurzfristigen Preisen gibt es nicht mehr nur noch Schnäppchen“, so Mathias Brandes von Thomas Cook. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage hätten die ersten Hoteliers die Preise wieder heraufgesetzt.