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TV-Garten im August: Sitzplätze für alle Fälle

TV-Garten im August : Sitzplätze für alle Fälle

TV-Garten im August: Der Sommermonat gehört dem Gartengenuss, wie der Privatgarten von Familie Theis in Körperich zeigt.

Jeder Garten sollte mindestens einen Sitzplatz haben. Aber was, wenn die grundsätzlichen Fragen – Wann soll er genutzt werden? Wozu soll er dienen? – viele Antworten liefern? Dann schöpft man alle Möglichkeiten aus, wie es Andreas und Dunja Theis in ihrem 2700 Quadratmeter großen Garten in Körperich getan haben. Wir starten unseren Rundgang an der Abendterrasse. Wie alle Sitzplätze ist sie dekorativ von Staudenbeeten eingefasst. Man erreicht sie aus der Haustür kommend über vier Treppenstufen aus Schiefer, wenn man an der Nordseite links gen Süden abbiegt.

Westlagen bieten sich für den Sitzplatz nach Feierabend an. Bis Sonnenuntergang wärmen die Strahlen. Die Mauern aus hiesigem Korlinger Schiefer verstärken den Effekt. Ein warmes Material für den Boden wurde mit dem Holzbelag gewählt. „Die Fläche ist einfach angenehm zu betreten“, sagt die Frau, die jedem Sitzplatz durch dekorative Elemente etwas Wohnliches verleiht. Robinie ist es geworden, „weil es von den heimischen Hölzern das langlebigste ist“, begründet Andreas Theis.

Der Gärtnermeister im Gartenlandschaftsbau hat alle Terrassenplätze und ihren Verbindungsweg selbst angelegt. Der verläuft parallel zur langen Hauseinfahrt. Und auf dem geht es jetzt weiter zum Grillplatz.„Hier steht unser Feuerdrache“, lachen die beiden. Der raffinierte Grill aus den Dauben eines Weinfasses konstruiert, heißt wirklich so. „Ich habe den Grill mit Feuerschale eines Künstlers aus Hessen auf der Luxemburger Gartenmesse Jardi-Rêve entdeckt“, sagt er. Auch das kann passieren: Erst ist ein Objekt. Dazu entsteht der passende Sitzplatz. In diesem Fall hat der Grill die Form des Sitzplatzes vorgegeben. Die bauchige Silhouette des Feuerdrachens wurde aufgenommen. Um die Feuerstelle gruppieren sich kreisförmig drei halbrunde Sitzmäuerchen. Gerne steht man auch mal um die Feuerstelle. Und auf dem Schwarzen Zierkies von acht bis 16 Millimetern steht man gut. Die Wahl der richtigen Korngröße ist nicht zu unterschätzen: „Ist der Kies zu fein, bleibt er zwischen den Sohlenrillen stecken“, erklärt der Fachmann. „Über 16 Millimeter wird er zu grob und ist unangenehm unter den Füßen.“ Farblich passen die dunklen Steine perfekt zum Feuerplatz. Der Belag sorgt aber nicht nur für Abwechslung im Gestaltungsbild. Ein anderer Bodenbelag zeigt an, hier lohnt es sich zu Verweilen.

Das gilt gleichermaßen für den Freisitz unter einem Walnussbaum im weiteren Verlauf des Hauptweges. Der Schattenplatz ist nischenartig eingefügt und lädt dazu ein, den Blick in die Landschaft schweifen zu lassen. „Hier sitzen wir mal zwischen der Arbeit“, bestätigen die Eifeler. Den Weg haben sie den Bäumen angepasst. Und nachdem der fünfte große Baum am Ende des Grundstücks steht, liegt die nächste Sitzgelegenheit auf einer Rundbank im Kronenschatten.

Es gibt keinen angenehmeren Schatten als unter Bäumen. „An heißen Tagen kühlen die Platanen die Temperatur um drei bis vier Grad herunter“, sagt der Mann, der auf dem Luxemburger Kirchberg für die Grünanlagen zuständig ist.

Mittlerweile haben wir auf der Hauptterrasse unter schirmförmig gezogenen Platanen Platz genommen. Sie schließt an die Küche an. Was bequem zugänglich ist, wird am häufigsten genutzt. Linkerhand fangen Schiefer-Trockenmauern die Hanglage ab. Die Pflanzfläche füllen Kräuter aus. „So nah an der Küche sind die Kräuter besonders praktisch“, findet Dunja Theis. Optisch vermitteln Salbei und Thymian ein Gefühl von kulinarischer Lebensfreude. Auf der gegenüberliegenden Seite sind mit Rotbuchenblöcken grüne Wände hochgezogen worden. Durch die Unterbrechung einer klassischen Hecke wirkt die Gestaltung luftiger. Man fühlt sich geschützt, aber nicht eingeengt. Nach hinten wird der Frühstücks- und Mittagssitzplatz von formalen Wasserbecken eingefasst. Am Sitzplatz sorgt Wasser für eine entspannende und beruhigende Atmosphäre. „Man hat sofort Urlaubsfeeling“, schwärmen beide.

An Deck kann man eine Stufe höher auf der Sonnenterrasse gehen. Zwei Liegestühle stehen auf dem Teakholz-Freiplatz bereit. Und wieder ist der Ausblick ein anderer. Mit jedem Sitzplatz ändert man auch die Perspektive. Wird der ursprüngliche, mit altem Kopfsteinpflaster unterlegte Sitzplatz am Haus ohne Aussicht von der Damenschneidermeisterin noch für Näharbeiten genutzt, ist vor kurzem ein neuer Bistroplatz dazugekommen. Auf Hockern sitzt man wie an einer Bar an der langen Auffahrt und überblickt den ganzen Garten. „Hier kommen einem gute Ideen, wo sich im Garten noch was integrieren lässt“, findet die Frau mit der Liebe zum Detail. Und wenn mal keiner auf einem der vielen Sitzplätze sitzt, sind sie immer noch wunderbar strukturierende Architekturelemente im grünen Raum.