TV-Kolumnistin Kathrin Hofmeister sorgt sich um die Drainage bei Kübel- und Gartenpflanzen.

Kolumne Mein schöner Garten : Haselnusssträucher auslichten

Mit weißer Farbe können Hobbygärtner ihre jungen Bäume vor den Folgen von Temperaturunterschieden im Winter bewahren.

Arme Allergiker: So früh habe ich die langen, gelben Kätzchen der Haselnuss noch nie blühen sehen. Jetzt schon Haselzeit? Ach nee, als Haselzeit bezeichnet man ja einen Zeitabschnitt in der mittleren Steinzeit. Schon damals nutzten die Menschen die Nüsse als Nahrungsmittel. Der Haselstrauch zählte zu den meistverbreiteten Gehölzen in Europa. Später verwendete man die elastischen Ruten, um daraus Zäune zu flechten. Im Fachwerkbau füllte man die Gefache mit Haselgerten. Zu Büschen gebündelt, deckte man das Dach damit.

Als Stütze für ein kleines Bohnenzelt bieten sich die frisch geschnittenen Ruten heute noch an. Denn in den nächsten Wochen ist Zeit für den Auslichtungsschnitt. Nimmt man jedes Jahr zwei bis drei der ältesten Äste an der Basis bodennah heraus, ist Platz für neue Triebe.

Die Wildart findet Verwendung in Landschaftshecken. Für eine Nusshecke im Garten eignen sich großfrüchtige, wohlschmeckende Sorten besser, beispielsweise Fichtwerdersche Zellernuss und Wunder von Bollweiler oder, für Freunde kontrastreicher Pflanzungen, die schwarzrotlaubige Purpurea.

Hat man eine Haselnusshecke im Herbst frisch gepflanzt, kürzt man jetzt auf die Hälfte ein. Die Verlängerungstriebe kann man noch zwei bis drei weitere Jahre im zeitigen Vorfrühling einkürzen. Danach lichtet man nur noch aus.

Eine Zierform der Haselnuss ist die Korkenzieherhasel (Corylus avellana Contorta). Sie besitzt attraktiv gedrehte Zweige, trägt aber nur selten Nüsse. Man schneidet sie in gleicher Weise, wenn nötig. Allerdings warte ich mit dem Auslichten, wegen der Schmuckwirkung der Kätzchen, bis sie verblüht sind.

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