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TV-Serie „Zurück zur Natur“

Natur : Meister der Lüfte

Singvögel in Not. In der TV-Serie „Zurück zur Natur“ gibt der Nabu heute Tipps, wie unseren Vögeln geholfen werden kann.

(red) Sie zwitschern, flöten, trällern, bringen gute Laune und sind liebe Nachbarn. Und doch sind unsere Vögel bedroht. „Bundesweit nehmen vor allem die Bestände der häufigen und weit verbreiteten Arten rasant ab“, erklärt Corinna Albert von der Nabu Regionalstelle RLP-West.

Zu den größten Verlierern zählen Star, Haus- und Feldsperling, Buchfink, Feldlerche und Grünfink. In der Roten Liste der Brutvögel gelten drei Viertel der im Offenland lebenden Vogelarten als gefährdet, weitere zwölf  Prozent  sind auf der Vorwarnliste.

„Ein Zusammenhang zwischen Insektensterben und Vogelrückgang ist wahrscheinlich“, sagt Albert. Die meisten Singvögel füttern ihre Jungen mit proteinreichen Insekten. Seit den 90er Jahren ist die Anzahl der Fluginsekten jedoch um mehr als 75 Prozent zurückgegangen. „Den Vögeln fehlen vielerorts aber auch Sämereien, Versteck- und Brutplätze“, ergänzt Albert.

Die Naturschützerin gibt Tipps, was am Haus und im Garten, im Dorf, in der Stadt und in der freien Landschaft für Vögel getan werden kann:


Beeren & Früchte:
Heimische, laubwerfende, beeren- und fruchttragende Gehölze, wie Obstbäume und Beerensträucher, sind wichtigste Nahrungsquellen für Vögel. Besonders wertvoll sind sie, weil sie Lebensraum für Insekten bieten, die wiederum die Hauptnahrung der meisten Vögel darstellt.


Schutz- und Brutgehölze: Etwa die Hälfte aller in Siedlungen lebenden Brutvogelarten nisten auf Bäumen, in Sträuchern und Hecken. Sie lieben dichte, besonders gerne dornige Gehölze, die ihnen Schutz bieten. Auch einheimische immergrüne Gehölze sowie Kletterpflanzen bieten Versteck- und Brutplätze. Höhlenbäume sind wichtig für Höhlenbrüter, auch, wenn die Bäume bereits tot sind.


Achtung, Brutzeit: Um Vögel bei Nestbau und Brut nicht zu stören, dürfen Hecken und Gebüsche laut Bundesnaturschutzgesetz nur zwischen November und Februar geschnitten werden.


Blumen, Kräuter, Wildstauden: Die Fruchtstände vieler heimischer Wildblumen, Gräser, Kräuter und Wild­stauden bieten samenfressenden Vögeln Nahrung. Insektenfresser finden hier viele Kleinlebewesen. Hilfreich sind auch wilde Ecken, zum Beispiel mit Brennnessel.


Laub, Totholz, Kompost: Unter liegengelassenem Laub, in totem Holz und in pflanzlichen Abfällen finden Vögel Insekten, Spinnen und Würmer. Das Rotkehlchen sucht im Totholzhaufen Unterschlupf.


Nisthilfen: Fehlende natürliche Nisthöhlen in alten Bäumen werden durch Nisthilfen für Blau- und Kohlmeise, Star oder Gartenrotschwanz ersetzt. Stehen weder Nischen noch Schlupflöcher zur Verfügung, dienen Halbhöhlen als Brutplatz für Hausrotschwanz, Bachstelze und Zaunkönig. Bei Renovierung und Neubau von Gebäuden können Nisthilfen für Mauersegler, Hausrotschwanz, Schwalbe oder Sperling in den Bau integriert werden.


Füttern? Die Vogelfütterung ist kein Beitrag zum Artenschutz. Sie ersetzt nicht den fehlenden Lebens- und Nahrungsraum. Den Vögeln kann aber ein harter Winter erleichtert werden. Niemals sollte Brot, verdorbene oder salzige Nahrung angeboten werden. Die Tiere sollten nicht im Futter herumlaufen können, da es sonst durch Kot verschmutzt wird. Hygiene ist extrem wichtig. Ideal sind Futtersilos. Werden tote Tiere an der Futterstelle gefunden, muss die Fütterung sofort eingestellt werden.


Gift, nein danke: „Biologisches Gärtnern und der Kauf ökologischer Produkte ist meiner Meinung nach für alle Lebewesen das Beste“, ist Corinna Albert von der Nabu Regionalstelle RLP-West überzeugt. Gift gefährdet Insekten und damit die Nahrungsgrundlage der Vögel. Auch Wildkräuter, Bestäuber und die menschliche Gesundheit sind betroffen.

Bauanleitungen für Nisthilfen, Pflanzenlisten, Infos zu Fütterung und biologischem Gärtnern gibt es bei der Nabu Regionalstelle RLP-West, Pfützenstr. 1, 54290 Trier, Tel. 0651-170 88 19, regionalstelle.west@nabu-rlp.de