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TV-Telefonaktion: Barrierefreies Bauen und Wohnen

Telefonaktion : Ohne Hürde über die Schwelle

Möglichst lange im eigenen Heim wohnen: Das ist der Wunsch vieler. Doch wo Schwellen Eingänge blockieren und Enge herrschen, ist das kaum möglich. Die Landesberatungsstelle Barrierefreies Bauen und Wohnen berät seit 25 Jahren kostenfrei – und heute auch bei unserer Telefonaktion.

Wo Kinderwagen an einer Treppe scheitern und Rollstühle vor einer schmalen  Türe passen müssen, gibt es weniger Lebensqualität. Dabei ist sie es, die die Menschen heimisch fühlen lässt und Komfort ermöglicht. Die Landesberatungsstelle Barrierefreies Bauen und Wohnen ist seit inzwischen 25 Jahren auf dem Markt und weiß, dass das Bewusstsein für den Abbau von Barrieren bei vielen immer noch nicht da ist. „Mit unserem Angebot wollen wir das Bewusstsein der Gesellschaft für diese Thematik schärfen, denn Barrierefreiheit bringt Komfort im Alltag und Lebensqualität in jedem Alter. Wichtig ist es, Barrieren erst gar nicht entstehen zu lassen, vorhandene Barrieren abzubauen und ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen“, sagt die Leiterin der Landesberatungsstelle Christiane Grüne. Dass der Bedarf an Beratung groß ist, zeigt die Tatsache, dass es in 15 Städten Anlaufstellen gibt.

Knapp 50 000 Beratungen zum barrierefreien Planen, Bauen und Wohnen haben die Architektinnen und Architekten der Landesberatungsstelle seit ihrem Bestehen durchgeführt, davon in den letzten Jahren alleine mehr als 300 pro Jahr bei den Ratsuchenden zu Hause. „Unsere Beraterinnen und Berater leisten hierzu einen großen Beitrag und zeigen Ratsuchenden maßgeschneiderte Lösungen für ihre Probleme auf“, sagt Grüne.

Auch in Trier ist das Beratungsteam für die gesamte Region seit Bestehen des Angebots aktiv.  „Die regionale Beratungsstelle Trier war seit der ersten Stunde dabei“, freut sich Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Im Laufe der Jahre hat sie sich zu einer anerkannten und gut vernetzten Institution entwickelt, die nicht mehr wegzudenken ist. Die beiden Architektinnen Ulrike Düro und Ruth Knobloch arbeiten beständig daran, das Thema Barrierefreiheit verstärkt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und bei allen Bauvorhaben mitzudenken.“

Düro und Knobloch beraten einerseits, wenn ein Haus oder eine Wohnung barrierefrei angepasst werden soll. Dies ist oft dann der Fall, wenn aufgrund eines Unfalls, einer Krankheit oder einer Behinderung Treppen, schmale Türen, Schwellen, hohe Dusch- und Badewannen plötzlich zu fast unüberwindbaren Hindernissen werden. Zum anderen beraten sie Ratsuchende, einen geplanten Neubau von Beginn an barrierefrei zu erstellen, damit in Zukunft keine kostspieligen Umbauten nötig sind.

Spitzenreiter bei den Beratungen ist die barrierefreie Umgestaltung des Badezimmers sowie der stufenlose Zugang ins Haus und die Überwindung von Türschwellen in der Wohnung. Fragen zu Hilfsmitteln, Neubauplanungen und Umbauten sowie mögliche Fördermittel stehen auf der Nachfrageliste ebenfalls weit oben. Die individuellste Beratung findet bei den Ratsuchenden zu Hause statt. Dieses Angebot ist in den vergangenen Jahren immer stärker gefragt.

„Die Vor-Ort-Beratungen bieten den Ratsuchenden die Möglichkeit, gemeinsam mit uns in der eigenen Wohnung Lösungen auch für schwierige bauliche Situationen zu finden. Dadurch kann das selbstbestimmte Wohnen und die häusliche Pflege sehr erleichtert werden. Wir kennen die Anforderungen und Voraussetzungen für barrierefreies Wohnen und setzen unser Fachwissen umfassend für praktische Lösungen ein“, erläutert Beraterin Ruth Knobloch.

Mit Vorlesungen an Hochschulen und Schulungen von Handwerkern in Rheinland-Pfalz setzt sich das Trierer Beratungsteam dafür ein, dass das Thema Barrierefreiheit bei der Planung und Realisierung in Neubauten und in bestehenden Gebäuden mitgedacht wird. „Durch Vorträge, Schulungen und Informationsveranstaltungen an öffentlichen Einrichtungen, an Hochschulen und durch die Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer wollen wir viele Menschen für das Thema Barrierefreiheit sensibilisieren. Unser Ziel ist es, dass das barrierefreie Bauen Standard und ein selbstverständlicher Bestandteil der Planungen wird, von dem alle Menschen profitieren,“ ergänzt Ulrike Düro.

Insgesamt haben die Beraterinnen in Trier rund 1500 umfangreiche individuelle Beratungen durchgeführt. Außerdem haben sie mit rund 200 Veranstaltungen und Vorträgen sowie an zahlreichen Infoständen für das Thema sensibilisiert.

Die Beratung findet jeden ersten Dienstag im Monat in der Verbraucherzentrale Trier, Fleischstraße 77, statt. Terminvereinbarung ist unter Telefon 0651-48802 erforderlich. Unter dieser Nummer kann auch eine Vor-Ort-Beratung vereinbart werden. Die Beratung ist kostenlos. Gefördert wird das Angebot vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie. Träger der Landesberatungsstelle ist die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Kooperationspartner ist die Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Ulrike Düro 0651-7199-195 Foto: Ulrike Düro
Ruth Knobloch 0651-7199-196 Foto: Ruth Knobloch

Weitere Informationen der Landesberatungsstelle finden Sie im Internet unter www.barrierefrei-rlp.de