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TV-Telefonaktion zum Thema Sucht

Gesundheit : Sucht: Auch Angehörige bekommen Hilfe

Nachgefragt: Suchtexpertinnen beantworteten Leserfragen am TV-Telefon.

Die TV-Leser hatten viele Fragen an die Experten; hier ein Auszug:

Mein Bruder ist in der Klinik. Soll ich die leeren Alkoholflaschen aus seiner Wohnung räumen?

Rebecca Kraus, Diplom-Pädagogin und Suchtberaterin bei der Suchtberatung „Die Tür“: Wichtig ist, dass Sie offen mit Ihrem Bruder darüber sprechen, was für ihn hilfreich sein könnte.


Ich lebe in einer Wohngruppe, weil meine Eltern drogensüchtig sind. Meine Eltern suchen aber immer wieder Kontakt zu mir, was ich nicht möchte. Was kann ich tun?

Kraus: Wende dich an die Einrichtung Lichtblick beim Kinderschutzbund. Dort bekommen Kinder aus suchtbelasteten Familien Hilfe.


Unser Sohn nimmt Drogen und seine Wohnung ist verwahrlost, aber er blockt jeden Kontakt ab. Wir machen uns große Sorgen.

Kraus: Wenden Sie sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes.


Ich habe Angst, dass sich mein Mann tottrinkt. Seit einiger Zeit geht er zu einer Beratungsstelle, aber er ist nicht bereit für eine Entwöhnungsmaßnahme. Die ganze Familie leidet.

Heike Petermann, Diplom-Psychologin bei der Fachambulanz für Suchtkranke und Angehörige beim Caritasverband Trier: In den Beratungsstellen wird auch Motivationsarbeit geleistet und manch Hilfesuchender braucht Zeit, bis er das volle Ausmaß seiner Erkrankung erkennt. Auch Sie können als Angehörige zu einer Suchtberatungsstelle gehen und sich beraten lassen.


Ich habe große Sorge um meine Enkelin, da meine Schwiegertochter täglich Alkohol trinkt. Die Kleine ist oft bei mir und ich beobachte, dass sie still ist und keine Freundinnen hat.

Petermann: Sprechen Sie Ihre Schwiegertochter auf ihr Problem an, wenn sie nüchtern ist. Machen Sie ihr keine Vorhaltungen, sondern sprechen Sie über Ihre Gefühle und Sorgen, senden Sie sogenannte Ich-Botschaften. Und bieten Sie ihr an, sie zu einer Suchtberatungsstelle zu begleiten. Des Weiteren können Sie die Fachstelle „Lichtblick“ des Kinderschutzbundes, der Anlaufstelle für Kinder von Suchtbetroffenen, kontaktieren.


Mein Sohn leidet unter einer durch Drogen ausgelösten Psychose. Er wird gewalttätig und bedroht seine Mitmenschen. Ich bin ratlos?

Ingeburg Brandt-Weihmann ist Diplom-Sozialpädagogin und Suchtberaterin bei der Diakonie: Wenden Sie sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes Trier.


Seit vielen Jahren leide ich unter der Alkoholabhängigkeit meines 50-jährigen Sohnes. Ich weiß heute, dass ich ihm nicht helfen kann. Aber wie kann ich mich schützen?

Brandt-Weihmann: Gestalten Sie ihr Leben bewusst positiv. Machen Sie Dinge, die Ihnen Freude machen.

Vom 21. September bis 2. Oktober finden die Suchtpräventionswochen  unter dem Motto „Angehörige im Blick“ statt. Den Link  finden Sie unter www.die-tuer-trier.de und unter www.diakoniehilft.de