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Unsere Kolumne zum Thema Zittern. Nicht immer ist es Parkinson.

Kolumne Hauptsache gesund : Zitternde Hände: Und nun?

Viele Menschen kennen ein Zittern der Hände oder auch der Stimme bei Aufregung. Nicht umsonst heißt es, dass man vor Angst zittert. Medizinisch wird ein Zittern als Tremor bezeichnet. Zumeist sind die Hände betroffen, seltener der Kopf oder isoliert die Beine.

Man spricht dann von Hand- oder Kopftremor. Beim Handtremor ist wichtig, ob dies nur in Ruhe („Ruhetremor“) oder vornehmlich bei Tätigkeiten wie dem Schreiben oder Essen („Aktions- oder Intentionstremor“) oder beim Halten von Gegenständen („Haltetremor“) auftritt.

Sofern die Beschwerden nur bei Aufregung und Anspannung beim Halten von Gegenständen auftritt, geht man von einem verstärkten physiologischen Tremor aus, der nicht behandlungsbedürftig ist. Spezielle Medikamente und internistische Erkrankungen wie etwa eine Schilddrüsenüberfunktion können dieses Zittern verstärken.

Wenn der Tremor recht ausgeprägt auch ohne Aufregung beim Halten oder Bewegen von Gegenständen auftritt und in der Familie bereits andere Menschen ein ähnliches Zittern aufweisen und mit zunehmenden Alter stärker wird, dann deutet dies auf eine angeborene Zittererkrankung hin, dem so genannten Essentiellen Tremor. Diesen kann man mit Medikamenten wie Betablockern, Ergotherapie und in seltenen Fällen bei starker Ausprägung mit einem Hirnschrittmacher behandeln.

Am häufigsten stellen sich Menschen aufgrund eines Zitterns eine Parkinsonerkrankung vor. Dabei wäre der Tremor typischerweise zu Beginn nur an einer Hand vorhanden, würde vornehmlich in Ruhe auftreten und wäre von anderen Symptomen wie einer Steifigkeit der Muskulatur oder einer Verlangsamung der Bewegung begleitet. In Deutschland leiden zwar 400 000 Menschen an einer Parkinsonerkrankung, jedoch sind die anderen Zittererkrankungen wie essentieller Tremor oder verstärktes physiologischen Zittern viel häufiger.

Nur sehr selten ist ein Zittern der Hände durch erhöhten Alkoholkonsum verursacht. Insofern wäre bei einem neu aufgetretenen oder zunehmenden Zittern der Hände der erste Weg zum Hausarzt/Hausärztin und gegebenenfalls zur fachärztlich neurologischen Abklärung. Zumeist kann man das Zittern durch medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen wie auch Entspannungstraining gut verbessern!

Professor Dr. Matthias Maschke, Chefarzt der Abteilung für Neurologie mit überregionaler Stroke Unit, Brüderkrankenhaus Trier