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Unsere Kolumnistin gib Tipps für einen blühenden Garten

Gartenkolumne : Midsommer-Blumen

Heute ist Sommeranfang. Die schönste Tradition, die Sommersonnenwende zu feiern, haben die nordischen Länder. Am längsten Tag im Jahr wird alles mit Blumen geschmückt. ­Sträuße, Gestecke und florale Dekorationen drücken Freude aus.

Wer mit dem Garten seinen eigenen Blumenladen hinter der Haustür hat, besitzt absolute Frischegarantie. Umso verwunderter war ich, als mir ein professioneller Blumenbinder, der seine Kunst in den Häusern des englischen Adels arrangierte, ver­riet, man solle den Flor aus dem eigenen Garten einen Tag vor dem Sträuße Binden schneiden, und erst einmal in Wasser stellen. Das gebe ihnen Zeit, „einen kräftigen Schluck zu nehmen“. Seine Arrangements sahen wirklich immer sehr beschwingt aus. Michael Goulding bevorzugte übrigens den frühen Abend für den Blumenschnitt. In seiner Gilde gäbe es auch die „early morning“-Fraktion. Also jene Überzeugungstäter, die mit Sonnenaufgang im Garten stehen und nach dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ das florale Material schnippeln. Der frühe Abend habe aber den entscheidenden Vorteil, dass die Blumen sich über den lieben, langen Tag mit Nährstoffen versorgt hätte und die Kraft der Sonne tanken konnten. Außerdem habe man am Abend einfach mehr Zeit, die Blumen in Ruhe auszusuchen. Und dann hätten sie ja auch noch die ganze Nacht Zeit, diesen „kräftigen Schluck“ zu nehmen. Wenn man dennoch zur morgendlichen Ernte tendiere, solle man wenigstens taufrisch schneiden.

Ganz so streng muss man es als Freizeitflorist nicht nehmen. Aber in der Mittagshitze sollte man Blumen für die Vase nicht schneiden. Man sieht ja förmlich wie schnell sie schlappen. Und dann halten sie womöglich nicht mal die kürzeste Nacht im Jahr durch.

Saftige Tomaten aus dem eigenen Garten, wie hier von Anita und Ewald Adams, sind ein wahrer Genuss. Foto: Katrin Hofmeister
Buchtipp Foto: Privat

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