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Unsere Kolumnistin gibt Tipps zum Kappen.

Garten : Lorbeer in Form schneiden

Beim Blick in die Pfanne fällt es einem ein: Hier das Lorbeerblatt im Reisgericht, dort der Lorbeerbusch im Gartentopf. Der mediterrane Hartlaubige will geschnitten werden. Noch vor Ende Juni.

Der Sommerschnitt ist nötig, um die Immergrünen in Form zu halten. Damit das Holz seines Neuaustriebs ausreifen kann, sollte er nicht zu spät erfolgen. Idealerweise nimmt man die Gartenschere und kappt etwas oberhalb eines Blattpaares. Im Sommer fällt meist nur ein Pflegeschnitt an, bei dem man zu lang gewordene Triebe zurücknimmt. Der kräftige Rückschnitt um gut ein Drittel des Umfangs erfolgt besser vor dem Austrieb im Februar, März, etwa, wenn man die beliebte Kübelpflanze aus dem Winterquartier räumt.

Wer es beim Sommer-Schnitt beschaulich liebt, nimmt die Gartenschere und entscheidet Zweig für Zweig, wo man oberhalb eines Blattpaares kappt. Einfacher geht’s mit der Heckenschere. Das verhält sich in etwa so wie der beträufelnde Gourmetkoch mit dem liebevoll über Stunden geschmorten Braten zum Convenient-Food-Anhänger, dessen Gnocchi lediglich in Butter geschwenkt werden müssen.

Ein bisschen Handarbeit ist aber auch beim schnelleren Heckenscherenschnitt dabei. Denn eine elektrische Heckenschere empfiehlt sich beim Lorbeerschnitt nicht. Im Küchenvergleich wäre das vielleicht die Mikrowellen-Variante. Und zwar jener Typ, der ein Ei reinschiebt und sich wundert, wenn die Chose explodiert und mächtig Dreck hinterlässt. Im Messerbalken der elektrischen Heckenschere verfangen sich die ledrigen Blätter des Lorbeers und fransen aus. Die Blattränder trocknen zwar auch mit der manuellen Heckenschere etwas ein und hängen erst mal braun am Baum. Doch werden die sauber gekappten Blätter schnell vom frischen Austrieb überwachsen. Und dann sieht das Lorbeerbäumchen wieder richtig appetitlich aus.

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