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Unsere Kolumnistin rät nun dazu die Pflanzen auszubringen.

Gartenkolumne : Pflanzen mit Vor- und Nachbereitung

Normalerweise wäre jetzt die beste Pflanzzeit. Aber was ist in diesen Zeiten schon normal. Der Trockenheitsgrad des Bodens jedenfalls nicht. Will man frisch erworbene Stauden oder Sträucher einsetzen, gleicht das Werk der Arbeit im Steinbruch.

Ein Boden so hart wie Zement, ist eine Erfahrung, die man sonst in heißen Sommern macht. Weswegen man dann gerade nicht mehr pflanzt.

Über klimabedingte Anomalien unterhält man sich natürlich auch mit Kollegen. Ein Baumschuler aus der Rhein-Main-Gegend hat beobachtet, wie sich mit dem Klimawandel die Standortansprüche verändern. Er macht es am Beispiel der beliebten Perückensträucher fest. Es gibt sie rotlaubig, in Grün und mit goldgelbem Laub. Letztere gedeihen an einem hellen Standort unter einem diesigen Himmel Norddeutschlands prächtig. Im Rheingraben gehen sie nur noch im Halbschatten.

Rund 400 Kilometer weiter südlich im Allgäu sieht es nicht anders aus. Durch den Klimawandel wird die Sonne intensiver. Gerade bei Schattenstauden werde der richtige Platz immer wichtiger, bestätigt mir ein Staudengärtner.

An Funkien hatten sie im letzten Jahr immer häufiger Verbrennungen. Gelblaubige Stauden, etwa bei den Purpurglöckchen zeigten sich empfindlicher als rotlaubige.

Für die Gartenpraxis bedeutet das: man muss sich noch genauer überlegen, welcher Platz für welche Pflanze geeignet ist. Pralle Mittagssonne bekommt nur noch den wahren Sonnenanbetern – am besten Graulaubige oder Dickblattgewächse.

Und was die Bodenvorbereitung betrifft: Wo ich jetzt einpflanze, pickele ich das Pflanzloch etwas größer als normal aus und fülle mit lockerer, feuchter Erde auf. In der Komfortzone tun sich die Neuankömmlinge leichter mit dem Einwurzeln.

Wichtig ist das Wässern in der Anwachszeit im Boden. Für Sträucher gilt das für das komplette erste Jahr.

Saftige Tomaten aus dem eigenen Garten, wie hier von Anita und Ewald Adams, sind ein wahrer Genuss. Foto: Katrin Hofmeister

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