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Vom Umgang mit Fleisch, Brot und Gemüse

Vom Umgang mit Fleisch, Brot und Gemüse

Rund 200 000 Menschen leiden deutschlandweit jedes Jahr an Lebensmittelkrankheiten. Hinzu kommen rund elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel, die jährlich im Müll landen, weil niemand sie mehr essen will. Zwei Seiten einer Entwicklung, die auf eine Ursache zurückzuführen sind: Immer weniger Menschen kennen den richtigen Umgang mit Lebensmitteln.

Mehr als 230 Euro könnte jeder Deutsche im Jahr sparen, wenn er bewusster mit Lebensmitteln umginge. Zumal aus Berechnungen der Verbraucherzentralen deutlich wird, dass zwei Drittel aller Lebensmittelabfälle vermeidbar wären. Hinzu kommen Normen und Vorschriften, die dazu führen, dass Salate untergepflügt, zu viel produzierte Grillwürste bei schlechtem Wetter vernichtet, Brot vom Vortag weggeworfen oder Büfettreste entsorgt werden. Lebensmittel werden heute gering geschätzt, weil sie auch immer billiger geworden sind. Nur noch rund zehn Prozent macht ihr Anteil an den Ausgaben eines Haushalts aus, ergibt die Statistik. Zeitgleich gibt es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 200 000 Erkrankungen, weil Lebensmittel falsch verarbeitet wurden. "Wir haben häufig Fragen zu Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Ordnung im Kühlschrank", sagt Rita Rausch, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Familie & Volksfreund Ernährung

So sei häufig ein großer Fehler, dass empfindliche Waren wie Hackfleisch oder Gefrorenes zu lange ungekühlt blieben und Waren falsch im Kühlschrank eingelagert würden. "Als vor fünf Jahren das Ehec-Virus ausgebrochen ist, Tausende Menschen erkrankten und gut 50 starben, ist vielen das Thema Lebensmittelsicherheit noch mal bewusst geworden", sagt die Ernährungsexpertin. Denn häufig reichten schon wenige Handgriffe, um sauber und sorgfältig zu arbeiten und gleichzeitig Erreger an Lebensmitteln, Händen und Arbeitsgeräten gering zu halten (siehe Extra). "Das reicht vom gründlichen Händewaschen bis hin zum regelmäßigen Austausch des Spüllappens", weiß Rita Rausch und ergänzt: "Vieles von diesem Wissen zur Hauswirtschaft ist im Laufe der Zeit verloren gegangen", etwas, das die Verbraucherschützer mit Sorge betrachten. Während vor einigen Jahrzehnten das Wissen zu Ernährung und Haushalt automatisch zu Hause und in der Schule weitergegeben worden sei, "sind die Verbraucher heute verwöhnt". Das fange bereits beim Aussehen und der Form der Lebensmittel an. Folglich sieht die Verbraucherschützerin die Initiative des Discounters Penny, auch Obst und Gemüse mit Farb- und Formfehlern in die Regale zu bringen, "als grundsätzlich gut an. Normen und Handelsklassen haben nichts mit Qualitätsmängeln zu tun", sagt Rausch. "Wir würden es begrüßen, wenn auch andere dem Beispiel folgen." Denn Lebensmittel in Rohform und natürlich gewachsen seien vielen unbekannt. Die Folge: Weil immer mehr Obst, Gemüse und Fleisch vorbehandelt, fertig gewürzt und vorgegart angeboten wird, hat der Anteil selbstgekochten Essens aus frischen Rohwaren stetig abgenommen. Die Außer-Haus-Verpflegung hält demnach einen Anteil von gut 30 Prozent, Tendenz weiter steigend. Wer sich sicher in Ernährungsfragen ist, wird folgende Fragen und Aussagen schnell mit wahr oder falsch beantworten können:1. Probieren und Naschen im Supermarkt ist nicht erlaubt.2. Lebensmittel dürfen auch noch nach abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft werden.3. Essen, das nicht schmeckt, muss der Gastwirt zurücknehmen und muss nicht bezahlt werden. Wer sich am schnellsten mit den richtigen Antworten unter mehrwert@volksfreund.demeldet und seine Anschrift hinterlässt, kann eines von zehn Gewinnspielen der Verbraucherzentrale "Irrungen und Wirrungen im Verbraucheralltag" gewinnen.Alle Texte unseres Themenschwerpunkts "Familie & Volksfreund" <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/extra" text="www.volksfreund.de/extra" class="more"%>Extra

Wer schon beim Einkauf aufpasst und richtig plant, muss weniger einkaufen und wegwerfen. Hier einige Tipps: Machen Sie einen wöchentlichen Großeinkauf statt täglichem Kleineinkauf. Spontan-käufe sind teuer! Wem noch was fürs Abendessen fehlt, kann mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbar-keitsdatum bald abläuft, oft viel Geld sparen. Schreiben Sie einen Einkaufszettel, um unnötige Dinge zu vermeiden. Überprüfen Sie vor dem Einkauf Ihre Vorräte. Günstiger sind Obst und Gemüse der Saison. Auch regionale Ware ist oft günstiger als exotische Lebensmittel. Schauen Sie, ob's um die Ecke einen Hofladen oder Wochenmarkt gibt. Essen Sie weniger Fleisch, kochen Sie frisch, und trinken Sie Wasser, Tee und Schorlen. Befüllen Sie den Kühlschrank richtig: leicht Verderbliches schnell verbrauchen, länger Haltbares nach hinten stellen, Fleisch und Wurst auf der kältesten Platte lagern, alle Waren abgedeckt lagern. Kochen Sie Mahlzeiten aus frischen Lebensmitteln. Werden Sie kreativ und verwerten Sie Reste in Auflauf oder Eintopf. sas