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Von Autofähnchen bis Lärmschutzregel

Von Autofähnchen bis Lärmschutzregel

Liebhaber des Fußballsports sind gut gerüstet für die heute beginnenden Wettkämpfe in Südafrika. Einem bunten Karnevalstreiben ähnelt das Geschehen. Und genau wie bei dieser Gaudi gibt's neben vielen Vergnügungen und Späßen auch einige Gefahren.

Trier. (dpa/red) Was tun, wenn Deutschland spielt und der Job ruft?

Arbeitnehmer sprechen es besser rechtzeitig mit dem Chef
und den Kollegen ab, wenn sie für die Spiele der Fußball-WM freinehmen wollen. Der Arbeitgeber müsse Urlaub zwar grundsätzlich gewähren, wenn dem keine betrieblichen Belange entgegenstehen, erklärt Swen Walentowski vom Deutschen Anwaltverein in Berlin. Wollen allerdings mehr Mitarbeiter als entbehrlich Urlaub nehmen, haben einige das Nachsehen. Dann entscheidet der Arbeitgeber, wer während WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) freibekommt und wer nicht.

Das Gespräch mit dem Chef ist auch wichtig, wenn Mitarbeiter Spiele der Fußball-WM während der Arbeit im Radio verfolgen wollen. Zwar ist es in manchen Betrieben durchaus üblich, dass ein Radio im Hintergrund läuft. Sofern das den Arbeitsablauf nicht stört und Arbeitgeber damit einverstanden sind, sei das auch kein Problem, erklärt Walentowski.

Läuft im Radio aber eine Fußballübertragung, sehe die Sache anders aus: Dann könne von einer Hintergrundberieselung nicht mehr die Rede sein. Hierfür sollten Beschäftigte den Chef noch einmal ausdrücklich um Erlaubnis fragen.

Und apropos Chef: Vorgesetzte können sich eine ganze Menge von Fußballtrainern abgucken. So ist es im Beruf wie im Sport wichtig, die Mitglieder eines Team auf gemeinsame Ziele einzuschwören. Hierbei sei etwa Ex-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann ein Vorbild, berichtet die Zeitschrift "Impulse". Mit seiner Vorgabe "Deutschland wird 2006 Weltmeister" habe er seine Mannschaft damals zwar vor eine große Aufgabe gestellt. Er habe die Vision vom WM-Sieg aber so penetrant vermittelt, dass sie am Ende alle Spieler verinnerlicht hatten. Auch Unternehmen erreichen große Ziele nur, wenn die Mitarbeiter mitziehen und nicht bloß Dienst nach Vorschrift machen. Dazu gehört es aber, dass der Chef die Beschäftigten für ihre Aufgaben begeistern kann. Hilfreich kann es dabei der Zeitschrift zufolge sein, wenn neue Mitarbeiter persönlich vom Chef in ihre Arbeit eingeführt werden. So lasse sich die Firmenphilosophie am besten vermitteln.

Bei Autobahnfahrten mit WM-Fähnchen am Wagen ist Vorsicht geboten. Die Fan-Dekoration könnte sich bei hoher Geschwindigkeit im Fahrtwind lösen und den nachfolgenden Verkehr gefährden. Davor warnt der ADAC in München. Ab Tempo 90 wird es kritisch, teilt der Club mit. Dann drohe die Halterung der Fahnen oder der Stoff dem Winddruck nachzugeben. Deshalb empfiehlt es sich, die Fähnchen sicherheitshalber vor Autobahnfahrten abzunehmen.

Autokorso kann teuer werden: Kurz vor dem Start der Fußball-WM tritt der Automobilclub von Deutschland (AvD) mit Sitz in Frankfurt auf die Spaßbremse. Der Verein warnt vor den Kosten, die bei einem Autokorso entstehen können. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) sind etliche Fan-Feierweisen ordnungswidrig und können mit Bußgeldern belegt werden.

Mehrmaliges Hin- und Herfahren kann als Ordnungswidrigkeit gewertet und mit einem Verwarnungsgeld von bis zu 20 Euro geahndet werden.

Unmotiviertes Hupen ist ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit genauso wie die Lichthupe oder die Warnblinkanlage einzusetzen. Es können Verwarnungsgelder zwischen fünf und zehn Euro verhängt werden.

Gurtpflicht gilt auch im Autokorso. Wer nicht angeschnallt ist und sich zu weit aus dem Fenster lehnt, muss mit 30 Euro Strafe rechnen. Bei zu vielen Personen in einem Cabrio sind bis zu 80 Euro sowie drei Punkte in Flensburg möglich.

Fanschals und Fahnen: Diese zu schwenken oder am Auto anzubringen ist grundsätzlich erlaubt, sofern die Fandevotionalien nicht die Sicht beeinträchtigen. Sonst ist ein Verwarnungsgeld von zehn Euro möglich.

Bis auf Alkohol, bei dem die Polizei keinen Spaß versteht, drücken viele Beamte in Feierlaune unmittelbar nach den Spielen beide Augen zu.

Public Viewing: Während der WM gibt es in Rheinland-Pfalz vielerorts Public Viewings. Damit diese rechtens ablaufen, können die Kommunen Ausnahmen von den Lärmschutzregelungen gestatten. So könnten sie für geeignete Gebiete oder einzelne Gastronomiebetriebe Ausnahmen vom Gebot der Nachtruhe erlauben. Dies gelte auch bei Spielverlängerungen oder für das Elfmeterschießen. Abseits von Wohngebieten ist Public Viewing generell erlaubt.