Von Schornsteinfegern und Gärtnern

TRIER. Schornsteinfeger, Tapezierer, Pflegedienste: Für das Steuerjahr 2006 können so genannte "haushaltsnahe Dienstleistungen und Beschäftigungsverhältnisse" erstmals umfassend steuerlich geltend gemacht werden. Doch worauf muss man dabei achten?

Ob man als Hauseigentümer den Schornsteinfeger bezahlt, vom Maler das Wohnzimmer streichen, vom Klempner das Waschbecken reparieren lässt oder als Vermieter Schönheitsreparaturen machen lassen muss oder wiederum als alter Mensch Pflegeleistungen eines Dienstes in Anspruch nimmt: Irgendwann kommt jeder Verbraucher mit so genannten haushaltsnahen Dienstleistungen und haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen in Kontakt. Der Vorteil für alle: Mit der Steuererklärung für 2006 können erstmals in weitem Umfang Kosten dafür steuerlich geltend gemacht werden. "Wir gehen davon aus, dass in jeder zweiten Steuererklärung Leistungen absetzbar wären", sagt Julia Köster, Sprecherin des Finanzamts Trier. Wie das funktioniert, präsentieren wir in den wichtigsten Auszügen. Weitere Infos dazu und die Möglichkeit zu Einzelfragen bietet eine Info-Veranstaltung des Finanzamts Trier zusammen mit der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz und dem Steuerberaterverband am Mittwoch, 10. Januar, 17.30 Uhr.SELBSTSTÄNDIGE DIENSTLEISTER Diese können etwa Handwerker sein. Ihre Leistungen können den Steuerbetrag um bis zu 600 Euro im Jahr mindern. Heißt: Arbeitsleistungen von Handwerkern von bis zu 3000 Euro im Jahr werden zu 20 Prozent, also 600 Euro, auf die zu zahlende Steuer angerechnet. "Das begünstigt alle Privathaushalte", sagt Julia Köster. Und das habe besondere Breitenwirkung. Denn darunter fallen alle Renovierungen, einfache Schönheitsreparaturen oder Reparaturen von Haushaltsgeräten - sofern der Handwerker vor Ort in der Wohnung arbeitet. Ziel des neuen Gesetzes sei es, so Köster, "Schwarzgeldzahlungen in diesem Bereich einzudämmen, ohne die Verbraucher finanziell zu belasten". Darüber hinaus können so genannte allgemeine haushaltsnahe Dienstleistungen die Steuerlast um weitere 600 Euro senken - etwa, wenn die Leistungen einer Reinigungs-Agentur, eines Fensterputzers oder Pflegedienstes in Anspruch genommen werden, sofern der Patient nicht unter die Versorgung durch die Pflegeversicherung fällt. Ist das der Fall, so können statt 600 gar 1200 Euro für die häusliche Pflege im Rahmen der Pflegestufen für so genannte besondere Dienstleistungen angerechnet werden. Dies gilt unter Umständen sogar für die Angehörigen eines Patienten. "Wer einen Pflegefall in der Familie hat, sollte sich unbedingt über Steuererleichterungen informieren", rät Finanzamtssprecherin Köster. WICHTIG: Abzugsfähig sind allein der Arbeitslohn und die Anfahrtskosten des Handwerkers oder Dienstleisters, nicht das Material. Hierzu müssen die Rechnungen über die Aufträge inklusive der ausgewiesenen Arbeitszeit und des Arbeitslohns mit der Steuererklärung eingereicht werden. Außerdem muss der Verbraucher anhand eines Überweisungsbelegs oder Konto-Auszugs der Bank plausibel erklären können, dass die Zahlung auch erfolgt ist. Eine einfache Quittung über eine Barzahlung reicht laut Finanzamt nicht aus.ABHÄNGIG BESCHÄFTIGTE Wer nicht nur einzelne Aufträge vergibt, sondern eine Haushaltshilfe, eine Putzfrau oder einen Gärtner dauerhaft beschäftigt, hat ebenfalls Chancen, haushaltsnahe Dienstleistungen bei der Steuer anrechnen zu lassen. So werden bei Minijobs (bis 400 Euro Bruttolohn) mit bis zu zehn Prozent der Kosten oder maximal 510 Euro berechnet. Ist der Angestellte sogar sozialversicherungspflichtig beschäftigt, kann sich der Betrag auf 2400 Euro erhöhen. Die Info-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz und dem Steuerberaterverband ist am Mittwoch, 10. Januar, 17.30 Uhr, im Finanzamt Trier. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0651/9360-34333. Fachliche Fragen können auch bei der Hotline der Finanzverwaltung Rheinland-Pfalz unter Telefon 0180/3757400 (9 Cent pro Minute) gestellt werden.

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