Vorsicht bei Schwarzgeld-Erbe

Rechtskolumne : Vorsicht bei Schwarzgeld-Erbe

Normalerweise möchten Erblasser ihre Nachkommen mit einer Erbschaft begünstigen. Mitunter hinterlassen sie der nächsten Generation aber Schwierigkeiten. Besteht der Nachlass aus unversteuertem Vermögen, bedeutet das für die Erben in einer ohnehin schwierigen Situation eine zusätzliche Belastung.

Der Erbe ist dann verpflichtet, die Steuerhinterziehung anzuzeigen und gegebenenfalls Steuern inklusive Zinsen nachzuzahlen. Andernfalls macht er sich strafbar.

Wer im Nachlass unversteuertes Vermögen entdeckt, sollte schnell handeln. Der Erbe ist verpflichtet, eine vollständige Erbschaftsteuererklärung abzugeben. Wer das Schwarzgeld verschweigt und die Steuererklärung nicht berichtigt, macht sich wegen Steuerhinterziehung strafbar (§ 370 Abgabenordnung). Betroffenen droht eine Geld­strafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren. Die Pflicht, das Schwarzgeld anzuzeigen, besteht auch, wenn die Erbschaftsteuer bereits festgesetzt worden ist, das heißt: Sollte der Erbe die Schwarzgeldkonten erst im Nachhinein finden, muss er diese unverzüglich melden.

Als Rechtsnachfolger des Steuerhinterziehers haftet der Erbe gegenüber dem Fiskus auch für Zinsen und Dividenden. Der Erbe muss die falsche oder nicht abgegebene Steuererklärung umgehend berichtigen. Das gilt auch für Nachlassverwalter oder Testamentsvollstrecker. Im Einzelfall können hinterzogene Steuern sogar bis zu 13 Jahre rückwirkend festgesetzt und erhoben werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich der Nachlass durch die neuen Steuerbescheide verkleinern. Unter Umständen ist es sogar möglich, dass die Nachzahlung für mehr als zehn Jahre inklusive der Zinsen die Erbschaft übersteigt.

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Stefan Schatz, Kanzlei Bomm Schatz Rechtsanwälte, Trier