Was chemisch riecht, ist gefährlich

Was chemisch riecht, ist gefährlich

Welches Spielzeug kann man kaufen, ohne dass es gefährlich wird für die Kinder? Der TV hat die wichtigsten Tipps der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und des Umweltministeriums zusammengestellt.

Trier. Gerade jetzt vor Weihnachten stehen wieder viele Eltern ratlos in den Spielwarenabteilungen der Kaufhäuser. Nicht nur das immer größer werdende Angebot stellt die Spielzeugkäufer vor Herausforderungen, auch die regelmäßigen Horrormeldungen über Gift in Spielwaren oder sonstige Gefahren für Kinder, die von den Spielen ausgehen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und das Umweltministerium geben Tipps für den Spielzeugkauf:

Wie kann ich sicheres Spielzeug finden?

Bei Spielsachen für Kinder unter drei Jahren dürfen sich keine Teile lösen, die in eine Filmdose passen: Sie könnten, wenn sie verschluckt werden, zur Erstickung führen. Auch sollten Spielwaren für kleine Kinder keine scharfen Kanten haben. "Den Hinweis ,Nicht für Kinder unter drei Jahren' sollten Sie ernst nehmen. Bis zu diesem Alter stecken Kinder alles in den Mund", warnt die Verbraucherzentrale.

Wie kann ich feststellen, dass das Spielzeug keine giftigen Stoffe enthält?

"Der eigenen Nase vertrauen", rät die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad. Was chemisch riecht, sollte im Laden bleiben. Spielsachen mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) riechen stark nach Teer oder Mottenkugeln, und auch einige gesundheitlich bedenkliche Lösungsmittel verbreiten einen stechenden Geruch. PAK gelten als krebserregend und erbgutverändernd.

Sehe ich, ob das Spielzeug krebserregende Weichmacher enthält?

Das kann man weder sehen noch riechen. Der Tipp der Umweltministerin: "Wer gesundheitsschädliche Weichmacher generell vermeiden will, sollte beim Kauf darauf achten, dass Spielsachen als PVC-frei gekennzeichnet sind." Weichmacher können vor allem für Kleinkinder, die Spielsachen in den Mund nehmen, gefährlich sein. Anders als PVC benötigten viele andere Kunststoffe überhaupt keine Weichmacher. Fehlt die Angabe des Kunststoffs auf Produkt oder Verpackung, handele es sich meist um PVC. Laut Verbraucherzentrale werden vor allem in Billigspielzeug häufig gesundheitsschädliche Stoffe und Grenzwertüberschreitungen festgestellt.

Ist Holzspielzeug unbedenklich?

Holzspielzeug gilt als umweltverträglich. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für Kleinkinder unlackierte Hartholzbauklötze. Bei lackiertem Spielzeug sollte man auf Speichelechtheit achten. Nicht kaufen sollte man Spielzeug, bei dem sich gleich Farbe auf den Fingerkuppen zeigt.

Welche Prüfzeichen zeigen, dass das Spielzeug wirklich sicher ist?

"Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte beim Weihnachtseinkauf auf das GS-Zeichen für ,Geprüfte Sicherheit' achten", sagt Umweltministerin Conrad. Produkte mit GS-Siegel wurden von einem unabhängigen Untersuchungslabor getestet und haben einen hohen Sicherheitsstandard. Das europäische CE-Zeichen sei hingegen keine Gewähr für eine unabhängige Prüfung. "Es wird vom Hersteller selbst vergeben und bestätigt lediglich, dass gewisse Mindestanforderungen eingehalten werden."

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