Gartentipps Der Herbst ist Baumpflanzzeit

Bei einer Gartenbesichtigung machte ich die Bekanntschaft einer Tree-Brokerin. „Baum-Maklerin“? Noch nie gehört? Ist in Deutschland auch einmalig. In Amerika, dem bekanntermaßen Land der unbegrenzten Möglichkeiten dagegen, findet man die Vermittler zwischen Baumschule und Privatkunde häufiger.

 Kathrin Hofmeister.

Kathrin Hofmeister.

Foto: TV/Kathrin Hofmeister

Dort hat auch die Berufsbezeichnung ihre Wurzeln. Wie der Dienstleister an der Börse, der im Auftrag von Anlegern Aktien, Anleihen, Devisen und dergleichen vermittelt, suchen Tree-Broker im ganzen Land nach den besten Gehölzen für ihre Kunden. Für ältere, besonders bizarr gewachsene oder seltene Exemplare müssen Interessierte gehörig investieren. Summen im fünfstelligen Bereich sind üblich. Transportiert werden solche Exemplare mit einer ausgefeilten Logistik. Ein Kran hebt sie ins Pflanzloch. Möglich ist der Umzug eines jahrzehntealten Riesen nur, wenn die Bäume regelmäßig verschult worden sind. Das bedeutet, dass sie alle drei bis vier Jahre umgepflanzt werden. Dabei kappt man die äußeren Wurzelbereiche und regt die verbliebenen an, neue Saugwurzeln zu bilden. Mit der Zeit entstehen so sehr kompakte, dicht bewurzelte Ballen. Ich könnte also nicht einfach hergehen und einen alten, eingewachsenen Baum aus dem eigenen Garten verpflanzen, weil er mir an anderer Stelle besser gefallen würde.