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Web-Seminar gibt Tipps zum Glasfaseranschluss.

Telekommunikation : Warum ein Glasfaseranschluss sinnvoll ist

Derzeit werden in vielen Regionen des Landes Glasfaseranschlüsse geplant und verlegt, auch bei uns. Was Verbraucher dazu und zum Vertragsabschluss wissen sollten.

Homeschooling, Homeoffice, Homeworkout – in der Corona-Pandemie sind die Internetverbindungen mancherorts heiß gelaufen. Schnelles Surfen wollen alle, Streaming-Filme dürfen nicht ruckeln, die Online-Konferenz darf nicht stehenbleiben. In einem Vier-Personen-Haushalt kommen so schnell ein Dutzend Geräte zusammen, die dank Computer, Tablet, Smartphone, Fernseher und anderer Haushaltsgeräte gleichzeitig online sind.

Die aktuelle Versorgungslage: Damit alle internetfähigen Geräte reibungslos funktionieren, braucht es eine ausreichend große Bandbreite, die laut den Experten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bei mindestens 100 Megabit (Mbit) und besser noch 1000 Mbit oder 1 Gigabit groß sein sollte. Auch wenn laut dem Bundesverkehrsministerium in Rheinland-Pfalz inzwischen knapp die Hälfte aller Haushalte den Zugang zu mindestens 1000 Mbit haben sollen, so gibt es beim Blick auf den Breitbandatlas der Bundesregierung in der Region Trier allerdings auch noch einige weiße Flecken, vor allem in der Eifel. So haben im Eifelkreis Bitburg-Prüm gerade mal 17 Prozent der Haushalte Zugang zu einem Gigabit, im Vulkaneifelkreis sind es 20 Prozent, im Landkreis Bernkastel-Wittlich 31 Prozent, im Landkreis Trier-Saarburg 43 Prozent und in der Stadt Trier 83 Prozent der Haushalte. Da bleibt bis 2025 noch einiges zu tun, um die von der Landesregierung versprochene Versorgung mit schnellem Internet zu gewährleisten.

Was die Glasfaser bringt: Folglich wird nun in vielen Orten der Region die Straße aufgerissen, gebuddelt und Kabel verlegt – und das dauert. Auch wenn manche Verbraucher derzeit noch über das normale Fernsehkabel eine ähnlich hohe Datenmenge von bis zu 1000 Mbit durch die Leitung erreichen können, gilt das Glasfaserkabel als Zukunftstechnologie. „Wir sind eindeutig für die Glasfaser, denn es wird die Standard-Infrastruktur der Zukunft sein“, sagt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mit Schwerpunkt Digitales und Verbraucherrecht in Mainz. Damit entstehe quasi ein neuer technischer Standard, „der für die kommenden 50 Jahre reichen soll“, sagt Gundall auf TV-Anfrage.

Denn während beim klassischen Fernsehkabel das Limit bei etwa einem Gitgabit liege, rechnen Experten in Zukunft beim Glasfaserkabel mit bis zu 10 bis 20 Gigabit. „Auch wenn für den durchschnittlichen Verbraucher eine Bandbreite zwischen 100 und 300 Mbit pro Sekunde heutzutage vollkommen ausreichend sind und selbst für eine Großfamilie 400 bis 500 Mbit pro Sekunde, so weiß man dennoch nicht, was künftig benötigt wird“, sagt Gundall. Mit der aktuellen Technik gerate man dann an die technisch möglichen Grenzen.

Muss ich denn Glasfaser haben? „Gezwungen wird man zu nichts“, sagt der Digital-Experte der Verbraucherzentrale. Aber es werde sich die Frage stellen, ob ein Anschluss ans Glasfasernetz in zehn Jahren nicht teurer werde. Und einfacher sei es ohnehin, da meist das Kabel über das Grundstück bis in den Keller bereits verlegt und angeschlossen wird. „Wir raten dazu: Wo ein Anbieter auftaucht und anbietet, das Netz zu legen, sollte man das tun. Damit wird letztlich auch die Immobilie aufgewertet.“

Und wie funktioniert der Glasfaserausbau und -Anschluss? In vielen Regionen in Rheinland-Pfalz werden zurzeit Glasfaseranschlüsse verlegt oder geplant. Die größten Anbieter in der Region sind laut Verbraucherzentrale (VZ) die Deutsche Telekom, die Deutsche Glasfaser und Unsere Grüne Glasfaser (UGG). Die beiden Letzteren haben sich vor allem darauf spezialisiert, unterversorgte ländliche Regionen mit der neuen Technologie zu versorgen. So wirbt die UGG etwa auf ihrer Homepage damit, die Gemeinde Maring-Noviand (Kreis Bernkastel-Wittlich) als erste mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet zu haben.

Dabei gibt es laut VZ zwei Modelle, den öffentlich geförderten Ausbau auf Initiative einer Kommune ohne Plficht zum Vertragsabschluss und den eigenwirtschaftlichen Ausbau auf Kosten des Anbieters. „In der Praxis läuft das so: Die Vertriebler der Anbieter stehen vor der Tür und drängen zum Vertragsabschluss. Im Angebot ist meist drin: eine kostenlose Verlegung inklusive Anschluss bis in den Keller, wenn man einen Versorgungsvertrag über einige Jahre bei dem Versorger abschließt“, sagt Michael Gundall. Er rät: „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich nicht vorschnell an der Tür zu einem Abschluss drängen lassen. Den Vertrieblern winken nämlich meist Provisionen für abgeschlossene Verträge.“ Zudem sieht die Verbraucherzentrale so die Gefahr einer Monopolisierung, weil es keinen Wettbewerb zwischen mehreren Anbietern gebe. Überhöhte Preise seien die Folge. Ein bedachter Abschluss daher ratsam.

Der Tipp der Verbraucherschützer: Michael Gundall rät den Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich ohne Verkaufsdruck zu entscheiden. „Denn häufig gibt es Prämien oder Erlässe, wenn man sich von Freunden oder Bekannten werben lässt oder einen Vertrag über das Internet abschließt“, weiß er.

Außerdem sollten sich die Interessierte darauf einstellen, dass sie sich die Fristen für einen Anbieterwechsel merken. „Darauf setzen einige Anbieter, dass Nutzer den Wechsel vergisst und dann in eine Kostenfalle tappt“, sagt der Verbraucherschützer. Kundinnen und Kunden zahlten dann für Tarife mit sehr hoher Bandbreite, die sie gar nicht benötigten. Auch bei Zusatzoptionen wie Routermiete oder Sicherheitspaketen sollte genau aufgepasst werden, ob diese überhaupt notwendig sind.

Das Web-Seminar „Warum ein Glasfaseranschluss sinnvoll ist“ der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bietet Rat und Tipps für Interessierte an der neuen Technik.  Michael Gundall beantwortet Fragen zum Ausbau, wie beispielsweise zu den notwendigen Tiefbauarbeiten, sowie zum Anschluss selbst. Dabei geht er unter anderem darauf ein, ob der eigene Router weiterverwendet werden kann oder ob man einen neuen Glasfaserrouter anschaffen sollte. Es findet statt am Montag, 13. Dezember, 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Fragen der Teilnehmenden sind willkommen und werden im Live-Chat beantwortet. Interessierte können sich unter https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/digitale-welt/webseminar-warum-ein-glasfaseranschluss-sinnvoll-ist-66489 anmelden.

Um teilnehmen zu können, wird ein Computer mit Internetzugang und Lautsprecher benötigt. Ideal ist ein Kopfhörer. Weitere Informationen und den Link zum Web-Seminarraum erhalten Interessierte im Anschluss an die Anmeldung.

Viele weitere Web-Seminar sind auf der Internetseite der Verbraucherzentrale unter https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/webseminare-rlp zu finden.