Weiter glatte Straßen und Störungen im Flugverkehr

Weiter glatte Straßen und Störungen im Flugverkehr

Glatte und schneebedeckte Straßen sorgen in Deutschland weiter für Behinderungen. Auch am Frankfurter Flughafen fallen erneut viele Flüge aus. Besserung ist nicht in Sicht: Bis Ende der Woche soll es bis zu minus 20 Grad kalt werden.

Schnee und Glätte haben den Verkehr in Deutschland auch am Dienstag (22. Januar) ausgebremst. Auf vielen Straßen kam es zu Staus und Behinderungen. Besonders im Norden gerieten viele Autofahrer ins Rutschen und krachten ineinander. Dabei kam es aber oft nur zu Blechschäden. Auch am Frankfurter Flughafen sorgte das Wetter erneut für Flugausfälle. Zahlreiche Starts und Landungen wurden gestrichen, hinzu kamen etliche Verzögerungen. Allerdings entspannte sich die Lage bereits etwas. Doch das Bibbern geht weiter: In der zweiten Wochenhälfte wird es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes noch kälter - teilweise bis zu minus 20 Grad.

Am Frankfurter Flughafen wurden bis zum Mittag 104 von 1200 geplanten Flügen annulliert. 60 Verbindungen nach und 44 ab Frankfurt wurden witterungsbedingt gestrichen. Passagiere mussten weiterhin mit Verspätungen rechnen. Das derzeitige Wetter lasse zwar einen normalen Betrieb zu, dieser müsse sich jedoch erst wieder einpendeln, erklärte ein Sprecher von Deutschlands größtem Airport. Da die Minustemperaturen anhalten, müssen die Flugzeuge weiter aufwendig enteist werden, was zu weiteren Verzögerungen führt.

Auf den Straßen kam es bundesweit zu mehreren Unfällen. In Bayern kippte ein voll beladener Lastwagenanhänger auf einen anderen Sattelzug. Dessen Fahrer wurde schwer verletzt. Wie die Polizei mitteilte, war der Lasterfahrer am späten Montagabend auf schneebedeckter Straße zu schnell unterwegs. In Brandenburg kamen auf winterlich-glatter Straße drei Männer ums Leben. Ein Autofahrer war nach ersten Ermittlungen der Polizei auf rutschiger Straße mit hoher Geschwindigkeit am Ende eines Staus auf einen stehenden Lastwagen aufgefahren. Die Autobahn A 13 war für mehrere Stunden gesperrt.

In zahlreichen Orten fuhren Räumfahrzeuge auf Straßen und Gehwegen Dauereinsätze. Autofahrer befreiten ihre Fahrzeuge von Schnee und Eis, Ladenbesitzer streuten auf den Fußwegen vor ihren Geschäften Sand. Der Schiffsverkehr zwischen der Nordseeinsel Wangerooge und dem Festland fiel am Vormittag wegen Niedrigwassers und Eisgangs aus. Urlauber mussten auf die Inselflieger ausweichen.

In anderen Bundesländern blieb es deutlich ruhiger. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise gab es am Dienstag keine witterungsbedingten Störungen auf Straßen und Schienen. In Rheinland-Pfalz waren die Fahrbahnen zwar stellenweise immer noch glatt oder schneebedeckt. Zu größeren Behinderungen oder Unfällen sei es aber nicht gekommen, berichteten die Polizeipräsidien. Auch in Niedersachsen gab es meist nur Blechschäden. Die Autofahrer hätten sich an die schneebedeckten Straßen gewöhnt, berichteten die Polizeileitstellen.

Viele Menschen freuten sich auch über das winterliche Wetter: Kinder konnten mit ihren Schlitten rodeln, einige Erwachsene holten ihrer Langlaufskier raus - teilweise sogar in den Städten. In Niedersachsen jubelten Tausende Schüler. Sie erhielten am Dienstag schulfrei.

Der Winter wird Deutschland auch noch für einige Zeit weiter fest im Griff haben. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach voraussagte, werden nur im Südwesten zaghafte Plusgrade erreicht. Sonst bleibt es im ganzen Land frostig. In der zweiten Wochenhälfte wird es demnach sogar noch kühler - nach Angaben des DWD sind bis zu minus 20 Grad möglich.

Flugplan Frankfurt Airport

Stranden Fluggäste wegen Eis und Schnee auf dem Flughafen, muss sich die Airline um Verpflegung und Unterkunft kümmern. „Nach zwei Stunden Verspätung sind Essen und Getränke zur Verfügung zu stellen“, erklärt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Kann der Flieger erst am nächsten Tag starten, muss die Fluggesellschaft außerdem für eine Unterbringung und die Fahrt dorthin sorgen.

„Auf jeden Fall muss die Airline alle Maßnahmen treffen, um die Passagiere ans Ziel zur bringen“, so Fischer-Volk. Das kann eine kostenlose Umbuchung auf den nächstmöglichen Flug bedeuten oder eine Beförderung auf andere Weise - bei einer längeren Schließung des Flughafens zum Beispiel per Bahn oder mit einem Flugzeug von einem benachbarten Airport. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast außerdem das Recht, das Ticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen.

Schlechte Karten haben Reisende jedoch, wenn sie auf eine Ausgleichszahlung hoffen. Diese steht ihnen laut einer EU-Verordnung generell zu, wenn Flüge ausfallen oder sich mehr als drei Stunden verspäten. Eine Ausnahme ist jedoch höhere Gewalt - darunter fällt für Fischer-Volk auch massiver unerwarteter Schneefall oder Eisregen. Fällt der Flug jedoch nur deshalb aus, weil zum Beispiel zu wenig Enteisungsmittel zur Verfügung stand, ist die Lage anders, erklärt Fischer-Volk. In diesem Fall stehe Betroffenen eine Ausgleichszahlung zu.

Mehr von Volksfreund