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Wellness im eigenen Garten

FOTO: Kathrin Hofmeister (kf) ("TV-Upload Hofmeister"
Die Hausapotheke ist für viele eine Selbstverständlichkeit. Im Garten könnte es ähnlich sein: Das Wohlbefinden mit einfachen Mitteln zu steigern, fällt mit Duft- und Heilkräutern nicht schwer. Eine ganze Reihe alltagstauglicher Arzneipflanzen kann man bei einem Besuch des Pluwiger Apothekergartens kennenlernen. Kathrin Hofmeister

"Nur was ich kenne, verwende ich", sagt Monika Sänger während der Führung durch den Apothekergarten in Pluwig (Kreis Trier-Saarburg). Sie spricht damit eine der wichtigsten Regeln im Umgang mit Arzneipflanzen aus. Seit drei Jahren öffnen die gelernte Apothekenhelferin und ihr Mann, der Aromatherapeut Adi Sänger, ihren Privatgarten zu bestimmten Terminen für naturkundliche Führungen und Seminare (siehe Extra). Dass es dazu kam, geht auf den Apotheker Michael Bur aus Hermeskeil zurück. Er sah die Vielzahl an Arzneipflanzen auf dem mehr als 3000 Quadratmeter großen Gelände eines ehemaligen Weinbergs als Glückfall. Wo hatte man in der Region schon die Möglichkeit, sich anschaulich über Heil- und Duftkräuter für die Gesundheit zu informieren? Zudem waren hier zwei, die von Spitzwegerich bis zur Wasserminze die Kraft der Heilpflanzen in ihr tägliches Leben einbeziehen.
Aromatherapie im Vorbeigehen


Den beiden geht es dabei nicht um eine systematische Aufpflanzung, wie sie der klassische Apothekergarten bietet. Solche Lehrstätten sind meist in Botanischen Gärten angesiedelt und nach medizinischen Anwendungsgebieten gegliedert. Im Pluwiger Apothekergarten kann man zwar Giftpflanzen wie die Tollkirsche oder den Schierling bestaunen. Beim Streifen über den Lavendel erfährt man von dessen beruhigender Wirkung. Aber zum Gesundheitsprogramm gehört auch das Entspannen auf schattigen Plätzen und unter Lauben oder das Energietanken am Gartenteich. Hier begegnen einem Dinge, die ein Stück mehr Wohlbefinden versprechen und sich in jeden Garten integrieren lassen.
Die Idee eines Barfußpfades etwa lässt sich auch auf kleinem Raum umsetzen. "Das ist sehr wohltuend unter den Füßen", wissen die Sängers. Den Weg am Teich haben sie mit kriechendem Thymian bepflanzt. Unter den Rankbögen mit Weinreben wächst Römische Kamille zwischen Trittsteinen aus hiesigem Schiefer. Beide Kräuter setzen ätherische Öle frei. So profitiert man quasi im Vorbeigehen von der Aromatherapie. Die ätherischen Öle des Thymians wirken antibakteriell und krampflösend. Eine mildernde Wirkung bei krampfartigen Schmerzen schreibt man auch der Römischen Kamille zu.
Die Kombination von Kräutern und Steinen hat sich bewährt. Durch die Trittsteine werden die aromatischen Teppiche beim Begehen weniger stark strapaziert. Zwar halten die Bodendecker kurzzeitigem Betreten problemlos stand. Doch die Steine haben einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie speichern Sonnenwärme und geben diese am Abend wieder ab. Alle sonnenhungrigen Kräuter lieben das. Für solche Gewächse sollte der Standort mehr als die Hälfte des Tages in der Sonne liegen. Insbesondere für Teppich-Thymian darf der Boden nicht zu nährstoffreich sein. Besser geeignet als ein guter Gartenboden sind abgemagerte Plätze. Gegebenenfalls mischt man vor dem Pflanzen Kalkschotter oder -splitt unter die Erde.
Extra

Die Biologin und Ex-Präsidentin der Hochschule Trier, Adelheid Ehmke, führt am Freitag, 25. Juni, durch den Pluwiger Apothekergarten. Treffpunkt ist um 13.45 Uhr im Garten von Monika und Adi Sänger, Hurkelbach 13, in Pluwig. Zum Thema "Heilpflanzen gegen Krebs und als alternative Unterstützungstherapie" gibt der Apotheker Dr. Michael Bur am Sonntag, 19. Juni, 10 Uhr, eine naturkundliche Führung. Weitere Termine unter Telefon 06588/982114. kf