1. Nachrichten
  2. Mehrwert

"Werde ich für meinen Sohn immer der Papa bleiben?"

"Werde ich für meinen Sohn immer der Papa bleiben?"

Was tun, wenn das Kind einem Elternteil die Schuld an der Trennung gibt? Dies ist nur eine der Leserfragen, auf die eine Psychologin und eine Sozialpädagogin während der TV-Telefonaktion Antworten gaben.

Wir sind seit kurzem getrennt und haben einen Sohn (4). Der Vater hat ihm nun seine neue Partnerin vorgestellt und das Kind gebeten, mir nichts davon zu erzählen. Unser Sohn hat es mir trotzdem gesagt, auch dass er die neue Frau nett findet. Ich bin sauer über das Verhalten meines Ex-Mannes. Was soll ich tun?Ursula Günther, Diplom-Psychologin der Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Wittlich und Trier: Bestärken Sie Ihren Sohn darin, dass er die neue Partnerin nett finden darf. Aber sprechen Sie auch mit dem Vater, dass das Kind erzählen darf, was es möchte! Kinder geraten unter Druck, wenn sie ein Geheimnis tragen sollen und damit zwischen den Elternteilen stehen. Sie wiederum können Ihren Sohn stärken, selbstbewusst Nein zu Dingen zu sagen, die er nicht möchte.Ich bin seit einem Jahr von meiner Frau getrennt, und wir haben einen Sohn (7). Nun gibt es einen neuen Mann im Leben meiner Ex, und er verbringt viel mehr Zeit mit dem Jungen als ich. Werde ich immer Papa bleiben?Ursula Günther: Sinnvoll ist es, wenn der neue Partner mit Vornamen genannt wird, damit das Kind nicht in einen Zwiespalt gerät. Vertrauen Sie Ihrem Sohn, dass er genau weiß, wer sein Vater ist, und es ist gut, wenn der neue Partner der Mutter ein gutes Verhältnis zu dem Jungen hat. Sie werden immer der Vater bleiben!Ich habe mit meiner Ex-Frau eine Tochter (2). Ich darf die Kleine nur alle vierzehn Tage samstags und sonntags sehen, ohne Übernachtung. Dabei würde ich mit meiner Tochter gerne mal ein komplettes Wochenende verbringen, sie auch während der Woche mal sehen. Aber die Mutter blockt jeden Vorschlag ab. Auch ein Gespräch beim Jugendamt lehnt sie ab.Elke Hermes, Sozialpädagogin in der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werks in Trier und Traben-Trarbach: Der Abstand von 14 Tagen ist für eine Zweijährige zu lang. Es ist eine gute Idee, noch einmal in der Woche nach der Arbeit Zeit mit Ihrer Tochter zu verbringen. Ich empfehle Ihnen, sich bei einer Beratungsstelle Hilfe zu holen. Vielleicht ist Ihre Ex-Frau auch bereit, sich dort gemeinsam beraten zu lassen. Ein Gespräch beim Jugendamt könnte Ihre Ex-Frau unter Druck setzen.kat