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Wespenplage in der Region

Wespenplage in der Region

Schwirren, summen, grillen - Wespen gehören zur Gartenparty wie die Bratwurst und der Nudelsalat. In diesem Sommer nimmt die Plage in der Region jedoch überhand. Schuld war der warme Frühling.

Trier. Die Sonne scheint, auf dem Grill brutzelt die Mahlzeit, und die Freunde verteilen sich um den Tisch. Doch kaum hat der Gastgeber Würste und Schwenkbraten aufgetischt, schwärmen sie aus: Wespen stürzen sich im Gegensatz zu Bienen auf alles Süße und Herzhafte, was auf dem Tisch steht. In diesem Jahr gibt es in der Region ganz besonders viele der Fluginsekten.
Fleißiges Volk


Besonders auf Bitburg und das Bitburger Land scheinen es die gestreiften Flieger diesen Sommer abgesehen zu haben. Die Freiwillige Feuerwehr Bitburg war schon 20-mal wegen Wespenalarms im Einsatz, sagt Wehrleiter Manfred Burbach. Es gäbe fast dreimal so viele Anfragen wie in den Jahren zuvor. Dabei rücken die Feuerwehrleute nur bei den wirklichen Notfällen aus - zum Beispiel wenn die staatenbildenden Sechsfüßler ihre Nester ausgerechnet an der Wand des Kindergartens oder im Rollladenkasten eines Allergikers gebaut haben.
Auch den Schädlingsbekämpfern ist die derzeitige Wespenplage bekannt. Laut Peter Dirkorte, Geschäftsführer der Apex-Schädlingsbekämpfung aus Köln, gibt es in diesem Sommer 30 Prozent mehr Wespen: "Die Wespen haben sich im Winter relativ gut gehalten, und durch das milde Frühjahr konnten sie sich zahlreich vermehren." Das kann Willi Herres, Kreisfeuerwehrinspektor Bernkastel-Wittlich, bestätigen. Auch an der Mosel seien mehr Wespen unterwegs als zuvor. Dennoch sei die Lage nicht "dramatisch".

Auch Matthias Rettig vom Imkereiverband Rheinland hat festgestellt, dass es in diesem Jahr besonders viele Wespen gibt. Er macht das warme Frühjahr dafür verantwortlich. "Kälteperioden im Frühjahr zwingen die Königinnen, zum Überleben einen Teil ihrer Brut zu fressen", so der Imker aus Trier. Die hohe Wespenzahl in diesem Sommer sei aber nicht extrem unnormal, sondern nur eine Laune der Natur. Und bis Oktober sei der Spuk sowieso vorbei.
Nicht nach den Tieren schlagen


Wespen sind für Nicht-Allergiker nicht gefährlich - sogar Imker Rettig hat noch nie erlebt, dass eine Wespe zugestochen hat, nur weil sie vom Biertisch verjagt worden ist. Aufpassen sollte man jedoch mit süßen Getränken oder Zuckerwatte. Dort verkriechen sich die Insekten zum Trinken und Fressen und können zustechen, wenn man sie herunterschluckt. Das kann böse Folgen haben (siehe Extra).
Man sollte Wespen also nicht durch Schlagen vertreiben. Effektiver sei es, zunächst alle Speisen abzudecken. Kinder sollten zuckerhaltige Getränke bei einer akuten Wespenbedrohung nur mit Strohhalmen konsumieren. Man sollte eine Wespe auch nicht einfach wegpusten - das Kohlendioxid in der Atemluft versetzt die Wespen in Alarmbereitschaft und könnte sie aggressiv machen.
Haben sich die gelb-schwarzen Hautflügler im Garten oder in der Nähe des Hauseingangs ein Nest gebaut, ist Vorsicht geboten. Laute Geräusche wie zum Beispiel die eines Rasenmähers mögen die Tiere nicht. Stöße und Erschütterungen in der Nähe des Nestes sollten ebenfalls vermieden werden. Im Ernstfall können der nächste Schädlingsbekämpfer oder die Feuerwehr weiterhelfen und das Nest umsiedeln.
Die Tiere sollten aber in keinem Fall mutwillig verletzt oder getötet werden. Sie stehen nicht nur unter Naturschutz, sondern sind auch sehr nützlich. Tipps von Dr. Horst Maywurm, Hautarzt und Allergologe in Trier: Ein Wespenstich ist eigentlich harmlos. Man spürt den Stich und es juckt - aber nach 15 Minuten ist alles vorbei. Kommt es jedoch zu einer allergischen Reaktion, entwickeln sich Rötungen und Schwellungen. Diese Stelle sollte man mit Eiswürfeln oder Umschlägen kühlen. Auch Antihistamin-Gels und Zink-Cremes helfen. Hat man eine Wespe verschluckt und sie hat im Hals zugestochen, kann es zu Atemnot kommen. Man sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Als Sofortmaßnahme kann man Eiswürfel lutschen. sen