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Wie der Garten im Winter Spaß bringt

Garten : Efeu bringt ein wenig Farbe in den Winter

Auch der TV-Garten im Dezember hat seine grünen Seiten.

In der Winterzeit schlägt die Stunde der Immergrünen. Efeu zeigt sich dabei nicht nur als zuverlässiger Begrüner im Garten. Man kann ihn in Girlanden und anderen Weihnachtsdekorationen einflechten. Insekten und Vögeln beschert er Nahrung.

 Efeu kommt zum Vorschein, wenn es draußen grau und trist wird. Und dabei muss man nicht an die Erkältungszeit denken, in der Efeupräparate als hustenstillendes Mittel in den Apotheken Hochkonjunktur haben. Die alte Heilpflanze (Extra) erfüllt in der Adventszeit einen festlichen Zweck. Die langen Efeuranken eignen sich aufgrund ihrer Biegsamkeit hervorragend als Grundlage einer Girlande. Besser als bei einem Kokosstrick lässt sich verschiedenes Tannengrün und Beerenschmuck mit Bindedraht um die Efeuranke winden. Oftmals entspringen mehrere Ranken einem Trieb. Schneidet man sie am verholzenden Teil ab, hat man gleich einen üppigeren Rohling. Die dekorativ gelappten Efeublätter integriert man in den Girlandenschmuck. Die bandförmigen Ornamente schmücken Hauseingänge oder Fenster. Man legt sie über Balkongeländer oder schlingt sie um Vasen und andere Gefäße. Wo Stützpfeiler und Stehlen in die Höhe ragen, verziert eine spiralförmig gewundene Weihnachtsgirlande die Vertikale.

Im echten Leben erklimmt Efeu Rankhilfen mit seinen Haftwurzeln. Mittels Saugnäpfen ist der Selbstklimmer in der Lage ganze Fassaden zu begrünen. In der Praxis führt das immer wieder zu der Befürchtung, Efeu schade dem Gebäude. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei intakten Fassaden keine Gefahr besteht.

Problematisch wird es auf einem Untergrund der Risse aufweist, an Entlüftungsschächten, Dachpfannen und Rolladenkästen. Hier dringen Efeuwurzeln ein und können eine enorme Sprengkraft entwickeln. Glücklicherweise ist Efeu sehr schnittverträglich. Durch regelmäßiges Zurückstutzen hält man das immergrüne Gehölz unter Kontrolle. Schneiden kann man praktisch zu jeder Jahreszeit. Nur bei Dauerfrost sollte man sich zurückhalten.

Efeu bewährt sich aber nicht nur als klimafreundliche und ökologisch wertvolle Fassadenbegrünung. Die Kletterpflanze bietet von der Pergola, in der Vögel brüten bis zum Deckmantel alter Bäume und Baumstümpfe wichtigen Lebensraum für Insekten, Kleinsäuger und Vögel. Seine biegsamen Ranken eignen sich perfekt, um Zäune zu durchflechten. Aus dem unattraktiven Maschendrahtzaun wird so schnell ein ansehnlicher Sichtschutz. Streut man Sorten mit panaschiertem Laub ein, lassen sich regelrechte Muster wie bei einer Tapete auftragen. Im Handel werden bereits fertige, mit Efeu berankte Sichtschutzelemente angeboten. Die Instantlösung hat Tradition. Früher wurde Efeu in transportablen Kästen mit ein Meter achtzig hohen Rankgestellen von Gartenbaubetrieben gezogen. In den Sommermonaten lieferte man sie an Gastwirtschaften und Straßencafés. Im Garten hat die Idee, einzelne Räume durch Efeuhecken voneinander abzugrenzen Wurzeln geschlagen. Die schlanke Vari­ante ist platzsparend. Dahinter lassen sich Komposthaufen oder Mülltonnenbereich verstecken oder immergrüne Wände als Hintergrund einer Blumenrabatte einziehen. Im Winter gibt das Element Struktur. Das Sahnehäubchen bilden Schnee und Raureif. Legen sich Eiskristalle wie Zuckerglasur auf die Blätter und den Beerenschmuck sieht Efeu besonders reizvoll aus.

Zur Blüte kommt Efeu erst nach rund zehn Jahren. Im Alter bildet der Kletterer zudem eine Form aus, bei der die Triebe nicht mehr klettern, sondern waagerecht abstehen und ungelappte, oval-rundlichere Blätter entwickeln. Aus dieser Altersform entsteht der gärtnerisch vermehrte Strauch-Efeu. Er ist als Hedera helix Arborescens im Handel. Die kompakt wachsende Form wird maximal zwei Meter hoch.

Der absolut unkomplizierte immergrüne Strauch gedeiht in der Sonne besser als im Schatten und blüht überreich. In milden Jahren kann man das Gewusel von Schwebfliegen und anderen Insekten noch bis spät ins Jahr sehen und hören. Denn die lange Blütezeit des Efeus beginnt erst im Oktober und ist damit eine der letzten, wichtigen Pollen- und Nektarquellen für Insekten. Aus den Blüten reifen Beeren. Sobald sie im darauffolgenden Jahr schwarz werden, sind sie bei Vögeln als Winterfutter heiß begehrt.