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Wie man an Zwiebelblumen lange Freude hat.

Gartenkolumne : Ostern feiern mit Tulpen

Tulpen sind die Ostereier des Gärtners. Dabei begeistern moderne Gartentulpen durch ihre großen Blütenkelche in flammenden Farben. In ihrer schicken Aufmachung gleichen sie den Schokospezialitäten in buntem Einwickelpapier: Schön anzusehen und ein Genuss nach der Fastenzeit.

Aber genauso schnell wie die Süßigkeiten verschnabuliert sind, verschwinden die meisten der hochgezüchteten Tulpensorten nach einer Saison.

Wer beständigere „Ostereier“ für seine Beete sucht, sollte sich an die kleiner wachsenden botanischen Arten halten. Dauerhaft zeigt sich die Gruppe der mittelhohen Fosteriana-Tulpen. Mit 25 Zentimeter noch niedriger sind die verlässlichen Kaufmanniana-Tulpen. Und richtig treu sind Wildtulpen. Gerade ihr zarteres Wesen kann das Reizvolle sein. Einen Vorteil hat das Weniger an Masse auch, wenn das Laub einzieht. Es stört nicht so lange. Im Gegensatz zum Blatt, das man erst entfernt, wenn es vollständig gelb geworden ist, kann man die verblühten Stängel abschneiden. Die Kraft geht dann in die Zwiebel und nicht in die Samenbildung. Das befördert die Blüte im nächsten Jahr.

Wer bei einer anderen Zwiebelpflanze auf große Blütenbälle im Sommer hofft, sollte jetzt mit dem Düngen beginnen: Schmucklilien (Agapanthus) müssen gut versorgt sein, wenn sie reich blühen sollen. Ich bevorzuge Flüssigdünger für mein Kübelexemplar. So bin ich sicher, dass die Nährstoffe mit dem Gießwasser gleichmäßig verteilt werden. Ein Depotdünger scheidet allein schon deswegen aus, weil gar kein Platz mehr für eine Erdschicht darüber wäre. Längst schiebt sich die Schmucklilie aus dem Topf. Für eine reiche Blüte ist der enge Topf bei dieser Art gerade recht. Neben dem ein bis zweiwöchigen flüssig düngen mit einem Balkon- oder Kübelpflanzendünger, achte ich darauf, dass die Schmucklilie immer ausreichend feucht ist. Vom Frühjahr bis zum Sommer brauchen die Blaublütigen mit den grasartigen Blattschöpfen viel Wasser. So holt man sich den Süden auf Balkon und Terrasse, wenn Reisen derzeit gerade nicht angesagt ist.

 Tulpen sind schnell verblüht, beständiger sind wilde Sorten.
Tulpen sind schnell verblüht, beständiger sind wilde Sorten. Foto: dpa/Felix Kästle

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