Zensus 2011: Volkszähler befragen Haushalte

Zensus 2011: Volkszähler befragen Haushalte

Sind die rheinland-pfälzischen Einwohnerregister noch aktuell? Stimmen die amtlichen Daten über die Wohnverhältnisse der Bürger? Sind alle Immobilien im Lande noch genutzt? Die Volkszählung soll diese Fragen beantworten.

Mainz/Trier. Der Zensus 2011 soll den Behörden genaue und verlässliche Daten zur Bevölkerung und zum Wohnungsbestand verschaffen. Derzeit basieren die amtlichen Einwohnerzahlen, die die Grundlage für finanzielle Ausgleichzahlungen zwischen Ländern und Kommunen bilden, noch auf der Volkszählung von 1987.
"Der Zensus ist für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dringend notwendig", sagt Landes-Innenminister Karl Peter Bruch.
In Rheinland-Pfalz werden 13 Prozent der Bevölkerung befragt. Die Haushalte sind zufällig ausgewählt worden. Der Datenschutz sei gewährleistet, betont Bruch. Zusätzlich zu den Haushaltsstichproben werden alle 1,1 Millionen Haus- und Wohnungseigentümer um Auskunft ersucht, die sie nicht verweigern dürfen. Sie bekommen vom Statistischen Landesamt einen Fragenbogen zugeschickt. Ferner werden Eckdaten von Menschen erhoben, die in Gemeinschaftsunterkünften wohnen.
Landesweit sind 5600 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Die Kreisverwaltungen und die Verwaltungen der kreisfreien Städte organisieren das Verfahren.
In den Kreisen Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich sowie in der Stadt Trier sind die Vorbereitungen abgeschlossen und alle Zähler gefunden, heißt es auf Anfrage. Der Kreis Trier-Saarburg verschickt derzeit Einladungen an alle 200 Interviewer, um sie in der ersten Maiwoche zunächst zu schulen. Welcher Aufwand sich hinter den Haushaltsstichproben verbirgt, wird daran deutlich, dass es allein in Trier-Saarburg 18 000 Auskunftspflichtige in 7000 Haushalten gibt.
Im Vergleich zu früher ist der Aufwand allerdings wesentlich geringer und kostengünstiger. Grund: Viele Daten können erstmals aus bestehenden Registern etwa bei den Einwohnermeldeämtern oder der Bundesagentur für Arbeit gewonnen werden, so dass nur rund ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland ergänzend befragt werden muss.Bis zum 9. Mai sollen alle Unterlagen für die Gebäude- und Wohnungszählung zugestellt sein. Da es für Wohngebäude keine Register gibt, "müssen alle Eigentümer befragt werden", erklärte Landesamtspräsident Jörg Berres. dpa

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