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Zeugnistag: Ruhig bleiben und nach vorne schauen!

Zeugnistag: Ruhig bleiben und nach vorne schauen!

Während der TV-Telefonaktion am Mittwoch hatten unsere Leser die Möglichkeit, direkt mit zwei Schulpsychologinnen zu sprechen. Die wichtigsten Tipps für den Umgang mit schlechten Zeugnissen haben wir hier nochmals für Sie zusammengefasst.

Trier. (kat) "Zeugnisse sind eine Rückmeldung über das, was gut und nicht so gut funktioniert hat", sagt Anette Müller-Bungert vom schulpsychologischen Beratungszentrum IFB in Trier. Eltern sollten auf keinen Fall wegen schlechten Noten schimpfen! "Das erzeugt zusätzlichen Druck", sagt Sonja Valerius vom Auguste Viktoria-Gymnasium in Trier.

Denn schlechte Noten knacksen ohnehin das Selbstbewusstsein an und lassen Schüler nicht kalt. Statt Schelte sollten Eltern und Kinder nach Gründen für die Fünf in Mathe oder die Vier und Deutsch suchen.

Gab es ein kritisches Ereignis, dass dem Kind sehr zu schaffen gemacht hat? Oder war es ein stetiger Leistungsabfall? Dies sind Fragen, die bei der Analyse helfen können. Und: "Kinder können sich meist auch sehr gut selbst einschätzen", sagt Valerius.

Was ist, wenn ein Kind Angst hat, mit einem schlechten Zeugnis nach Hause zu gehen?

In diesem Fall sollten sich die Schüler Unterstützung bei einem Erwachsenen ihres Vertrauens holen, rät Müller-Bungert. Das kann ein Vertrauens- oder Fachlehrer oder die Oma sein. Auch unter der "Nummer gegen Kummer" (0800/1110-333) bekommen Kinder und Jugendliche Hilfe. "Wichtig ist, dass Schutz gewährleistet ist."

Sollten Schüler in den Ferien die Lücken aufarbeiten?

"Ja, aber in Maßen", rät Müller-Bungert. Während eines festgelegten Zeitraums - etwa vier Wochen - sollte Schule überhaupt kein Thema sein, damit sowohl Schüler als auch Eltern entspannen können. Für die verbleibenden vierzehn Tage sollten klare Vereinbarungen getroffen werden, was und wann gelernt wird. Wichtig ist auch, Perspektiven für das neue Schuljahr zu schaffen. "Hilfreich ist es, vorab realistische Ziele zu formulieren", sagt die IFB-Schulpsychologin. Auch sollte der durch schlechte Noten lädierte Selbstwert des Kindes wieder in anderen Bereichen aufgebaut werden. "Etwa im Sport oder in einer Ferienfreizeit", sagt Valerius. Der Fokus sollte auf die Stärken des Kindes gerichtet sein. Was finde ich gut an meinem Kind?