Kriminalität: Messerattacke auf Tochter: Anklage gegen Vater erhoben

Kriminalität : Messerattacke auf Tochter: Anklage gegen Vater erhoben

Im Herbst sorgte ein Familiendrama in Trier-Süd für großes Aufsehen. Tochter und Vater wurden nach einer Messerattacke schwer verletzt. Unter Verdacht steht der Vater, gegen den nun die Staatsanwaltschaft Anklage wegen ver-suchten Mordes erhebt.

(hw) Das blutige Familiendrama aus Trier-Süd vom vergangenen Herbst wird vor Gericht aufgearbeitet. Die Staatsanwaltschaft Trier erhebt gegen einen 63-jährigen Mann aus Trier-Saarburg Anklage wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Er soll seine 35-jährige Tochter mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wollte der Vater erst seine kranke Tochter und dann sich töten. Die junge Frau soll an einer unheilbaren, schweren Augenerkrankung leiden, die zur Erblindung führt. Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen: „Der Angeschuldigte, der sich zuletzt aufopferungsvoll um seine Tochter gekümmert hatte, entschloss sich vor diesem Hintergrund, dem Leiden der Tochter ein Ende zu setzen und sowohl ihr Leben als auch sein eigenes zu beenden.“

Demnach gehen die Ermittler von folgendem Tathergang am 21. Oktober aus: An diesem Sonntagnachmittag holte der Vater seine Tochter von einem Klinikaufenthalt ab und brachte sie nach Hause in ihre Wohnung in Trier-Süd. In der Wohnung fasste er den Entschluss, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Er brachte seiner Tochter mit einem Messer lebensgefährliche Schnittverletzungen am Hals und eine Stichverletzung in der Brust bei. Die Frau wurde dabei völlig überrascht.

Nachdem er anschließend die Katze seiner Tochter getötet hatte, fügte sich der Mann selbst schwere Messerverletzungen zu, mit der Absicht, sich zu töten.

Die Tochter konnte sich jedoch trotz ihrer Verletzungen aus der Wohnung in den Flur des Mehrfamilienhauses schleppen, wo sie von Nachbarn aufgefunden wurde. Der Rettungsdienst wurde alarmiert. Sowohl die Tochter als auch der 63-Jährige überlebten ihre schweren Verletzungen.

Für die Anklage ist dabei eine Annahme wichtig. Da der Messerangriff auf die Tochter nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler völlig überraschend erfolgte, so dass sie keine Abwehrmöglichkeit gehabt haben dürfte, geht die Staatsanwaltschaft von einer „heimtückischen Begehungsweise“ aus. Aus diesem Grund hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Trier erhoben.

Das Landgericht hat über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft.

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