Großeinsatz in Saarbrücken Nach Brand mit vier Toten: Polizei nimmt Hausbewohnerin fest

Saarbrücken · Nach einem Brand mit vier Todesopfern am Sonntag in Saarbrücken hat die Polizei eine 37-jährige Hausbewohnerin festgenommen.

 Feuerwehrleute sind am 03.12.2017 bei einem Wohnungsbrand in Saarbrücken (Saarland) im Einsatz. Bei dem Brand sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.

Feuerwehrleute sind am 03.12.2017 bei einem Wohnungsbrand in Saarbrücken (Saarland) im Einsatz. Bei dem Brand sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.

Foto: dpa/Becker & Bredel

Nach einem Brand mit vier Todesopfern am Sonntag in einem fünfstöckigen Wohnhaus in Saarbrücken hat die Polizei eine 37-jährige Hausbewohnerin festgenommen. Gegen sie liege der Verdacht der Brandstiftung vor, sagte ein Sprecher des Landespolizeipräsidiums Saarbrücken am Montagmorgen. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen.

Das Gebäude bleibe mindestens bis zum Mittag gesperrt, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht zum Montag. Experten wollten in dem Haus weitere Spuren sichern, bevor die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren dürften. Viele verbrachten die Nacht bei Verwandten und Freunden. Die Stadt hatte laut Feuerwehr auch eigene Wohnungen als Unterkünfte bereitgestellt.

Nach wie vor ungeklärt war die Identität von zwei der Toten. „Es gibt Hinweise auf die Identität, doch sie sind noch nicht gesichert“, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen. Bereits am Sonntag waren zwei 69 und 70 Jahre alte Männer identifiziert worden. Sie wohnten in dem Haus. Die Einsatzkräfte vermuteten, dass sie an einer Rauchgasvergiftung starben.

Laut Polizei war das Feuer am frühen Sonntagnachmittag vermutlich im ersten Obergeschoss ausgebrochen. Die Flammen hätten sich rasch bis zur dritten Etage ausgebreitet. In dem Haus seien 57 Bewohner gemeldet. Die Feuerwehr rettete 29 Menschen. Zehn kamen in ein Krankenhaus. Ein 42 Jahre alter Mann sprang aus dem Gebäude und verletzte sich dabei lebensgefährlich.

Außerdem zogen sich fünf Feuerwehrleute Rausgasvergiftungen zu. Nach Angaben eines Sprechers atmeten sie die giftigen Dämpfe ein, als sie vor dem Gebäude standen. Ein Feuerwehrmann blieb in der Klinik. Die Einsatzkräfte hätten „alles Menschenmögliche“ gemacht, um Leben zu retten, sagte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD).

Die Feuerwehr-Gewerkschaft im Saarland beklagte indes, dass bei dem Einsatz eine Drehleiter ausgefallen sei. Die Rettungskräfte bräuchten zuverlässige Geräte, sagte der Landesvorsitzende Detlef Schütz. „Überalterte Fahrzeuge und Ausrüstung sind nicht tolerierbar.“

Wie ein Sprecher der Stadt der Deutschen Presse-Agentur sagte, war ein Einsatzfahrzeug erst am vergangenen Freitag nach einer Reparatur aus der Werkstatt gekommen. Es habe als einsatzbereit gegolten. „Wieso es heute beim Einsatz bei diesem Fahrzeug zu technischen Problemen kam, muss geprüft werden“, sagte der Sprecher. Drei Fahrzeuge mit Drehleitern waren vor Ort. Mit ihrer Hilfe wurden viele Menschen gerettet.

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