Nachgefragt: Mediziner beantworteten Leserfragen zum Thema Borreliose.

Gesundheit : Wenn die Blutsauger zuschlagen

Nachgefragt: Mediziner beantworteten Leserfragen zum Thema Borreliose.

Das Thema Borreliose stand auf der Agenda der TV-Telefonaktion. Zahlreiche Leser wollten die Einschätzung der Experten nachfragen. Hier eine Auswahl:


Ich bin Jäger, habe schon viele Zeckenbisse und einige Antibiotika­gaben hinter mir. Die Kontrollen haben nun ergeben, dass ich immer noch viele Antikörper habe. Warum gehen die nicht runter?

Dr. med. Linda Haas, Oberärztin in der Abteilung Innere Medizin II des Brüderkrankenhauses Trier: Die Antikörper kann man nicht zur Therapiekontrolle nutzen, die Antikörper bleiben oft lebenslang hoch trotz Antibiotika. Sie sollten nur behandelt werden, wenn Sie erneut Symptome wie Wanderröte oder Arthritis entwickeln oder Beschwerden einer Neuroborreliose, etwa nächtlich einschießende Schmerzen in die Extremitäten, auftreten.


Kann Borreliose immer wieder kommen, wenn sie einmal im Blut war?

Prof. Dr. med. Matthias Maschke, Chefarzt der Abteilung für Neurologie, Neurophysiologie und neurologische Frührehabilitation im Brüderkrankenhaus Trier: Nein, wenn sie behandelt wurde, nicht. Man kann sich allerdings wieder neu anstecken.


An welchen Werten kann man Borreliose erkennen?

Maschke: Man kann nur nachweisen, ob man Kontakt mit Borrelien hatte, nicht ob man tatsächlich an Borreliose erkrankt ist. Die Antikörper bleiben das ganze Leben lang im Blut.


Wie lange muss mit einem Antibiotikum behandelt werden?

Maschke: 14 bis 21 Tage. Bei längeren und wiederholten Antibiotika­gaben ist wissenschaftlich nicht bewiesen, dass dies etwas bringt.

Ich bin sicher, dass ich durch einen Mückenstich eine Borreliose bekommen habe. Kann das sein?

Dr. med. Norbert Herrmann, Dermatologe, Allergologe, Phlebologe und Proktologe in Trier: Nein, Mücken übertragen keine Borrelien, die Erreger einer Borreliose. Sie können nur in Zecken überleben.

Kann ich mich gegen Borreliose impfen lassen?

Herrmann: Nein, es gibt nur eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis, die eher in Bayern und Baden-Württemberg vorkommt als hier in unserer Region.

Ich hatte nach einem Zeckenstich eine Wanderröte und dann Antibiotika genommen. Sollen die Laborwerte, die bei der Suche nach den Borrelien bestimmt wurden, nach einer Therapie noch mal kontrolliert werden?

Dr. med. Roman Lamberti, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin in Trier: Nein, eine Kontrolle wird generell nicht empfohlen.

Wann sollte man die Zecke nach dem Biss entfernen?

Lamberti: Möglichst frühzeitig, wenn vorhanden mit einer Zeckenkarte oder -pinzette.
In den ersten zwölf Stunden nach dem Biss ist eine Übertragung der Erreger nämlich sehr unwahrscheinlich.