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ÖPNV: Kein genereller Nulltarif für Luxemburg-Pendler

ÖPNV Luxemburg : Kostenlos nach Luxemburg – aber erst nach 19 Uhr

Es bleibt dabei: Kein genereller Nulltarif für Pendler

Wer in Luxemburg mit Bus und Bahn fährt, braucht seit vergangenen Samstag kein Ticket mehr (der TV berichtete). Der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) teilte gestern mit, dass dieser Nulltarif auch seinen Kunden zugute komme. Wer nun aber gedacht hat, dass der Verbund damit dem Wunsch vieler Luxemburg-Pendler und dem des luxemburgischen Verkehrsminister François Bausch nachkomme, die grenzüberschreitenden Fahrten mit Bus und Bahn generell kostenlos zu machen, der sieht sich getäuscht. Zwar soll nun auch der Nulltarif etwa für Zugfahrten nach Luxemburg gelten. Aber nur nach 19 Uhr und an Wochenenden. Und nur für Inhaber von MobilTickets, also Monats- oder Jahreskarten. Diese könnten dann auch noch zusätzlich einen Erwachsenen und bis zu drei Kindern zwischen sechs und 14 Jahren mitnehmen, sagt VRT-Geschäftsführerin Barbara Schwarz mitteilte. Außerhalb dieser Zeiten müssen weiterhin Tickets für die Fahrt nach Luxemburg gekauft werden. Damit werden einige Grenzgänger zwar entlastet, weil, so Schwarz, die meisten Fahrkarten billiger werden. Aber völlig zum Nulltarif wird der Nahverkehr in der Region für die Pendler damit auch weiterhin nicht. Laut Thorsten Müller, Direktor des für den Schienennahverkehr in der Region zuständigen Zweckverbands SPNV Nord, verbilligen sich Zugfahrten nach Luxemburg durch den dortigen Nulltarif. So koste eine Tagesrückfahrkarte für den Tarif Luxemburg Spezial zwischen Luxemburg und Trier Hauptbahnhof statt bislang 9,60 Euro jetzt fünf Euro für Erwachsene. Für Berufspendler sinke der Preis der sogenannten OekoCard, eine Monatskarte ausschließlich für grenzüberschreitende Zugfahrten, zwischen Trier und Luxemburg von 85 auf 49 Euro. Die OekoCard gilt nur für Beschäftigte in Luxemburg. Günstiger werde auch die Fahrt mit dem Rheinland-Pfalz-Ticket+Lux etwa von Koblenz oder Saarbrücken nach Luxemburg, sagt Müller. Der Preis sinke von 30 auf 25 Euro für einen Erwachsenen.

Einige Pendler aus der Region haben sich beschwert, dass sie durch den Wegfall des von Luxemburg subventionierten DeLux-Tickets zum Teil mehr für die Fahrkarten bezahlen müssten.

Dadurch müssten viele Grenzgänger, die mit Bus und Bahn fahren, auf das MobilTicket des VRT wechseln und würden dadurch kräftig zur Kasse gebeten, kritisiert ein Pendler aus Trier. Statt bisher 113,50 Euro für eine Fahrt vom Trierer Stadtteil Tarforst nach Luxemburg seien mit dem VRT-Monatsticket nun 130,80 Euro fällig, von Osburg (Kreis Trier-Saarburg) nach Luxemburg seien es statt 141,00 jetzt 178,20 Euro. VRT-Chefin Schwarz weist daraufhin, dass ab sofort alle VRT-Tickets grenzüberschreitend gelten und zwar bis zu ersten Station in Luxemburg. Dadurch würde der Wegfall des DeLuxTickets kompensiert.

Weil in Luxemburg keine Tickets mehr verkauft werden, für Zugfahrten etwa nach Trier, müssen die ab der Grenze notwendigen Fahrkarten per Handy über die VRT-App gekauft werden.