Onkel mit Axt erschlagen: Prozessauftakt gegen Eifeler

Justiz : Onkel mit Axt erschlagen: Prozessauftakt gegen Eifeler

Ein 60-Jähriger muss sich ab Donnerstag wegen Mordes vor dem Trierer Landgericht verantworten. Ein anderes Gewaltverbrechen dürfte schon bald angeklagt werden.

Weil er seinen Onkel mit einer Axt erschlagen haben soll, muss sich ab Donnerstag ein 60-jähriger Mann aus Utscheid (Eifelkreis Bitburg-Prüm) vor dem Trierer Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat den in Untersuchungshaft sitzenden Mann wegen heimtückischen Mordes angeklagt.

Nach den Ermittlungen der Trierer Mordkommission hatte es zwischen dem Utscheider und dem im selben Ort lebenden 80-jährigen Onkel schon längere Zeit gekriselt.  Der 60-Jährige, der sich um die Versorgung des Onkels kümmerte,  habe die Situation zunehmend als unerträglich empfunden, sagte nach der Tat  der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Der Angeklagte soll sich danach auch schon länger mit dem Gedanken getragen haben, dem Leben seines Onkels ein Ende zu setzen.

Als er an einem Sonntagnachmittag Ende November von Nachbarn darüber informiert wurde, dass der alkoholisierte Onkel mit dem Wagen im Dorf umherfahre und er sich darum kümmern möge, platzte dem Neffen offenbar endgültig der Kragen. Er brachte den 80-Jährigen zu sich nach Hause. Als der Onkel eine Außentreppe zum Wohnhaus hochstieg, soll der Neffe ihn von hinten umgerissen und den am Boden liegenden Mann dann mit mehreren Axthieben in den Hals getötet haben. Danach rief der Eifeler bei der Polizei an und meldete das Gewaltverbrechen. Er ließ sich später widerstandslos festnehmen.

Weil das Opfer nichts von dem drohenden Angriff geahnt habe, sehen die Ermittler das Mordmerkmal Heimtücke als erfüllt an. Oberstaatsanwalt Eric Samel, der die Anklageschrift verfasst hat, sagte unserer Zeitung, es stehe angesichts der Halsverletzungen des Opfers außer Frage, dass der Verdächtige „mit absolutem Tötungswillen“ gehandelt habe.

Der geschiedene Frührentner ist in der Vergangenheit mehrfach wegen kleiner Delikte aufgefallen: Beleidigung, Trunkenheit im Verkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. „Nichts Gravierendes“, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Für den Prozess vor dem Ersten Schwurgericht sind zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. Bei einer Verurteilung droht dem 60-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Damit laufen ab Donnerstag gleich zwei Mordprozesse am Landgericht. Neben dem Axtmord wird seit vergangener Woche noch gegen einen 63-jährigen Mann aus der Eifel verhandelt, der aus Mitleid versucht haben soll, seine an einem unheilbaren Augenleiden erkrankte Tochter zu töten. Danach wollte er sich selbst das Leben nehmen. Beides schlug fehl.

Ein weiteres Gewaltverbrechen dürfte demnächst angeklagt werden. Im Januar war ein 54-jähriger Mann aus Osburg (Kreis Trier-Saarburg) festgenommen worden, der im Sommer vor zwei Jahren mit einer abgesägten Schrotflinte in das Wohnzimmer seines Nachbarn geschossen haben soll. Die Ermittler sagen, nur durch Glück sei der 35-jährige Bewohner damals  nicht getroffen worden. Nach Ausstrahlung des Falls in der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ wurde der Verdächtige verhaftet. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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