Unwetter : Kreis schickt Helfer einfach weg

Für Frust und Ärger hat eine Panne beim Katastropheneinsatz im Eifelkreis Bitburg-Prüm geführt.  90 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Kaiserslautern machten sich, nachdem sie angefordert wurden, auf dem Weg nach Bitburg, „um den Menschen dort zu helfen, ihnen das Leben zu retten oder auch einfach nur für sie da zu sein.

Wie es eben die Feuerwehrleute so tun“,  hat der Feuerwehrmann Martin Walter auf seiner Facebook-Seite geschrieben. Gegen 20 Uhr am Donnerstagabend hätten die „sehr motivierten Männer und Frauen verschiedener Feuerwehren“ den Bitburger Flugplatz erreicht, um dort auf ihren Einsatz zu warten. Was Walter dann schildert, klingt unglaublich: „Zwischen 0 und 1 Uhr kam plötzlich die Nachricht der Technischen Einsatzleitung, dass sie uns gar nicht geführt hätten (auf Deutsch: aus Unfähigkeit vergessen) und wir sollen heimfahren! Obwohl dort oben Menschen vermisst werden und ihr Hab und Gut verlieren und die Infrastruktur zusammenbricht, schicken uns diese Amateure nach Hause“, macht der Helfer seiner Wut im Internet Luft. Daraufhin seien  er und seine Kameraden wieder Richtung Kaiserslautern gefahren. Unterwegs seien ihnen noch circa 30 weitere Feuerwehrfahrzeuge entgegengekommen, „die alle zum Helfen ins Hochwassergebiet fuhren“. Das mache ihn und die anderen Feuerwehrleute „wütend, zornig aber vor allem sehr sehr traurig“, schließlich sei ihr Ziel gewesen, „den Menschen dort beizustehen“.

Der Beigeordnete des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Rudi Rinnen, bestätigte gegenüber unserer Redaktion den Fall und sprach von einer  „totalen Kommunikationspanne“.  Rinnen: „Das durfte nicht passieren.“ Wie es genau zu der Panne kam, konnte Rinnen jedoch nicht erklären. Die Lage sei unübersichtlich gewesen, die Helfer seien am Limit. Dazu sei es zu Informationsdefiziten  wegen Ausfällen in den Kommunikationsnetzen gekommen. „Wir hätten die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus dem Landkreis Kaiserslautern gut gebrauchen können“, sagte Rinnen, der sich am Freitagmorgen beim Landrat des Kreises Kaiserslautern, Ralf Leßmeister, entschuldigt hat. „Fehler sind menschlich und selbstverständlich habe ich dem Kollegen im Eifelkreis Bitburg-Prüm auch weiterhin unsere Unterstützung zugesagt“, sagte  Leßmeister anschließend. Er rief die Feuerwehrleute in seinem Kreis zur Besonnenheit auf, „trotz der verständlichen Enttäuschung“. Der zuständige Brand- und Katastrophenschutzinspektor verlangt eine Aufarbeitung der Panne, „wenn sich die Lage wieder beruhigt hat.“