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Corona-Lockerungen in Rheinland-Pfalz: Welche Regeln jetzt gelten

Mit Lockerungen in die Urlaubssaison : Fragen und Antworten: Wo und wann Hotels, Kultur und Freibäder öffnen dürfen

Rheinland-Pfalz setzt einen Stufenplan um und erlaubt etwa Hotels, unter Auflagen zu öffnen. Wo in den kommenden Wochen auch Kultur und Freibäder loslegen dürfen. Ein Überblick

Urlauber dürfen ab Mittwoch schon in Teile von Rheinland-Pfalz strömen, Zuschauer können zu Pfingsten wieder Kultur-Events im Freien aufsuchen, mit Fronleichnam legen möglicherweise auch die ersten Schwimmbäder im Land wieder los: Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat am Dienstag einen Stufenplan vorgestellt, nach dem Rheinland-Pfalz in den kommenden Wochen kräftig lockert. Ein Überblick.

Für welche Kommunen gilt der Stufenplan in Rheinland-Pfalz?

Lockern dürfen die Kommunen, die in der Zahl der Corona-Neuerkrankungen auf 100 000 Einwohner binnen einer Woche mindestens fünf Tage am Stück unter einem Wert von 100 landen. In Rheinland-Pfalz gelte das momentan für 16 Kommunen. Dazu gehört – laut Staatskanzlei – die komplette Region mit der Vulkaneifel, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und der Stadt Trier. Wo die Bundesnotbremse greift – also ab einer Inzidenz von 100 – müssen die Kommunen Lockerungen wieder zurücknehmen.

Was gilt von diesem Mittwoch an in Rheinland-Pfalz?

Urlauber können in die betroffenen Regionen bereits ab Mittwoch reisen – wenn auch mit Einschränkungen. Übernachtungen in Hotels sind möglich, wenn diese Frühstück auf dem Zimmer anbieten und die Gäste ein eigenes Bad in ihrem Zimmer haben. Im Bürokraten-Deutsch heißt das „kontaktarmer Urlaub“. Ganz ohne Tests kommen Touristen aber nicht davon: Sie müssen sich bei Anreise und alle 48 Stunden danach auf Corona testen lassen. Urlaub ist auch in Ferienwohnungen erlaubt, genauso wie in Wohnwagen, die eine eigene Duschkabine und Toilette haben. Anders als Niedersachsen beschränkt Rheinland-Pfalz Urlaube nicht auf Touristen aus dem eigenen Bundesland. „Wir machen zwischen den Bundesländern keinen Unterschied“, sagte Dreyer. Dazu dürfen alle Geschäfte wie der Lebensmittelhandel wieder öffnen, Abstand und Maske sind dort freilich weiterhin Pflicht.  Bereits öffnen darf – gegen negativen Corona-Test von Besuchern – die Außengastronomie in Rheinland-Pfalz in Kommunen, die in der Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegen.

Was gilt ab Pfingsten?

Zu Pfingsten lockert Rheinland-Pfalz weiter in Kommunen, die fünf Tage am Stück in der Inzidenz unter 100 liegen. Ab dem 21. Mai sollen demnach kulturelle Veranstaltungen im Freien mit negativem Corona-Test erlaubt sein. Die Obergrenze bei Besuchern liege bei 100, die feste Sitzplätze haben müssen und Abstände einzuhalten haben. Dreyer sprach von „einem wichtigen Signal für die Kultur“. Liegt die Inzidenz in einer Kommune unter 50, dürfen vor Pfingsten auch Innengastronomie und Kultur wieder öffnen. Gegen Abstand, Test und Maske, versteht sich.

Was gilt ab Fronleichnam?

Im dritten Schritt öffnen ab dem 2. Juni in Rheinland-Pfalz auch die Freibäder in Kommunen mit niedrigen Inzidenzen. Dort dürfen dann innen auch Gastronomie, Theater, Opernhäuser, Kinos und Museen loslegen, wenn Besucher ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen. Hotels könnten dann auch wieder Frühstück und Gerichte in ihren Sälen anbieten. Genauso sollen für Jugendliche wieder die Freizeiten erlaubt sein.

Donnerstag ist Vatertag. Darf ich mich dann mit vielen Menschen treffen und draußen ein Bier trinken?

Momentan dürfen sich höchstens fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Daran rüttelt auch der Drei-Stufen-Plan von Rheinland-Pfalz über den 2. Juni hinaus nicht. Dreyer stellte in Aussicht, Kontaktregeln zu lockern, wenn Infektionen weiter zurückgehen. Sie erhoffe sich aber eine „bundesweit einheitliche Lösung“. Klar äußerte sie sich zum Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Das gilt in Rheinland-Pfalz nach wie vor, auch am Vatertag. „Wir planen derzeit nicht, da dran zu gehen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Warum lockert das Land stufenweise?

Dreyer hebt die Impfquote hervor. 31,9 Prozent der Rheinland-Pfälzer sind inzwischen mindestens einmal geimpft, zeigen Zahlen des Robert Koch-Instituts. Umgekehrt heißt das aber auch: Fast 70 Prozent der Menschen im Land warten noch auf den Corona-Schutz. Gesunken ist die landesweit durchschnittliche Inzidenz an Neuerkrankungen in Rheinland-Pfalz, am Dienstag lag der Wert bei 93,7.  „Wir gehen verantwortbare Schritte“, sagt Dreyer. Beendet sei die Pandemie damit aber noch nicht, viele Krankenhäuser seien noch voll, warnte sie.

Plant das Land, noch Modellkommunen ins Leben zu rufen, um Normalität zu testen?

 Ursprünglich plante das Land Modellkommunen dort, wo die Inzidenz unter 50 liegt. Menschen sollten gegen Tests oder Kontaktnachverfolgung via App dort einkaufen oder ins Theater. Auch Trier hatte sich dafür beworben. Das Konzept habe sich durch die neuen, weitgehenden Öffnungsschritte erübrigt, sagte Dreyer nun.  Das Land plane nun aber weitere Modellprojekte unter wissenschaftlicher Begleitung. Breitensport will das Land in Trier testen lassen, Theaterbetrieb in Mainz, Events im Freien mit Zuschauern am Nürburgring. Details zu den Projekten machte Dreyer bislang nicht. Darüber werde in den kommenden Tagen mit den Kommunen gesprochen.