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Impfen und Testen für ein Ende des Lockdowns

Coronavirus : Impfen und Testen: So will das Land aus dem Lockdown

Über 70 000 Impfungen sind für nächste Woche im Land geplant. Möglicherweise könnte sich die Zahl schon bald weiter erhöhen.

Glaubt man den Impfverantwortlichen der rheinland-pfälzischen Landesregierung, Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) und ihrem Staatssekretär und Impfkoordinator, Alexander Wilhelm (SPD), dann verlaufen die Impfungen hierzulande im D-Zug-Tempo. Es werde alles verimpft, was „auf die Nadel“ komme, sagte Wilhelm. Anders als in anderen Bundesländern bleibe in Rheinland-Pfalz kein Impfstoff liegen, auch nicht der von Astrazeneca.

Mit einer Impfquote von 3,4 Prozent lieg das Land bundesweit an der Spitze. Und Rheinland-Pfalz will das Impftempo weiter erhöhen, zusätzlich zu den bisherigen Impfberechtigten wie über 80-Jährige, Pflegeheimbewohner, medizinisches Personal, Polizisten, Lehrer und Erzieher sollen sich ab Samstag auch chronisch Kranke und Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren impfen lassen, kündigte die Ministerin an.

In dieser Woche sind laut Wilhelm rund 65 000 Erstimpfungen geplant. Für nächste Woche stehen demnach 70 500 Erstimpfungen auf dem Plan.

Die Zahl der Impfungen könnte sich noch weiter erhöhen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, den Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung zu verlängern.

Wer mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer geimpft wird, soll die Zweitimpfung erst nach sechs Wochen, statt nach drei bis vier, der Impfstoff von Astrazeneca solle erst nach zwölf Wochen zum zweiten Mal verimpft werden. Da in Rheinland-Pfalz für alle vereinbarten Erstimpfungen bereits gelieferte Dosen für die Zweitimpfung zurückgehalten werden, könnten mit der nun angekündigten Änderung mehr Menschen eine Erstimpfung erhalten.

Neben Impfungen setzt das Land auch auf Schnelltests. Diese seien wichtig, „um vorsichtige Lockerungen zu begleiten“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) diese Woche. Die Landesregierung habe „alle Kräfte“ mobilisiert, um so schnell wie möglich im ganzen Land Testmöglichkeiten zu schaffen.

In Testzentren, wie es sie unter anderem in Trier oder Bitburg geben soll, soll man sich, so der Entwurf zu einer Teststrategie, über die gestern bei dem erneuten Corona-Gipfel beraten wurde, bis zu zweimal die Woche kostenlos testen lassen können. Auch Schüler und Lehrer sollen zwei Mal pro Woche in der Schule getestet werden. Unklar war aber zunächst, ob die in Testzentren Getesteten mit einem negativen Ergebnis Vorteile haben sollen.

Allerdings steht in dem Entwurf auch, dass ein Selbsttest unter „Aufsicht“ etwa durch Veranstalter, als Voraussetzung für das Betreten eines Restaurants, eines Theaters oder Kinos dienen könnte.

Der Trierer Kinobetreiber Dirk Ziesenhenne hält davon nichts: „So lange ein Kinobesuch mit Auflagen verbunden sein wird, die über Maske bis zum Platz und moderaten Abstandsregeln hinausgehen, werden wir wohl nicht öffnen.“