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Brommenschenkel als Top-Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet 

Ausbildung : Brommenschenkel als Top-Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet

Über die langjährige Ausbildungstradition im Familienunternehmen und die Herausforderung, ein guter Ausbildungsbetrieb zu sein .

„Durch die Auszeichnung als Top-Ausbildungsbetrieb erlangt die Brommenschenkel GmbH eine große Sonderstellung in Rheinland-Pfalz“, sagt Peter Brommenschenkel. Laut dem Präsidenten des rheinland-pfälzischen Hoga-Verbands seien bislang weniger als zehn Betriebe im Land durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) ausgezeichnet worden. 80 Prozent seiner Auszubildenden hätten den Ausbildungsbetrieb im Rahmen der Auszeichnung (siehe Info) bewertet – und freuen sich jetzt mit der Geschäftsführung über den Titel „Top-Ausbilder“.

„Herr Brommenschenkel hat das wirklich verdient“, findet Tiwi Adelia, die eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Brommenschenkels Romantikhotel „Zur Glocke“ macht. An ihrer Ausbildung gefällt der 22-Jährigen vor allem das gute Arbeitsklima und dass sie durch die verschiedenen Branchen, die ihr Arbeitgeber mit seinen Geschäften abdeckt, viel lernt.

Tiwi Adelia ist eine von aktuell 13 Auszubildenden der Brommenschenkel GmbH. Von den Azubis arbeiten sieben in der Hotel- und Restaurant-Gastronomie. „Wir würden mehr ausbilden, aber die Eingangskriterien bei uns sind streng“, erklärt Peter Brommenschenkel. Es sei eine besondere Auszeichnung, in seinem Betrieb eine Ausbildung zu machen. Zudem fehlt vor allem im Bereich der Gastronomie der Nachwuchs. Laut einer Statistik des Dehoga-Bundesverbands sinkt die Ausbildungsbilanz des Gastgewerbes seit Jahren stetig. Wurden 2007 noch mehr als 46 000 neue Ausbildungsvertäge im Gastgewerbe abgeschlossen, waren es im letzten Jahr nur noch knapp 17 000. Auch Brommenschenkel weiß, dass es nicht einfach ist, junge Menschen für Gastronomie und Hotellerie zu begeistern. „Viele scheuen die Arbeitszeiten am Wochenende und spätabends“, erklärt er. Das kann auch seine Auszubildende Tiwi Adelia bestätigen: „Andere junge Leute verbringen gern Zeit mit Freunden und gehen in die Stadt“, erklärt sie. Ihr machen die Arbeitszeiten aber überhaupt nichts aus. Schließlich könne sie in ihrer Freizeit immer noch Freunde treffen. Sie sagt: „Wir arbeiten, wo die anderen Leute Urlaub machen. Das ist schön, denke ich.“

Um die Ausbildung in der Hotellerie und Gastronomie trotz der ungewöhnlichen Arbeitszeiten attraktiv zu machen, bietet der Geschäftsführer seinen Auszubildenden viele Zusatzangebote.

Ein guter Ausbildungsbetrieb zu sein bedeutet für ihn daher auch die ständige Herausforderung, als Arbeitgeber interessant zu bleiben, immer auf dem neuesten Stand zu sein und kreativ zu bleiben – vor allem, da seine Firma einige Jahre nicht ausgebildet habe. Damals hatte die Geschäftsführung nach einer langjährigen Ausbildungs­tradition beschlossen, keine Auszubildenden mehr einzustellen. „Unsere Erwartungshaltung wurde nicht erfüllt“, erinnert sich der Mittsechziger. Aus Enttäuschung zog sich die Brommenschenkel GmbH als Ausbildungsbetrieb zurück.

Vor vier Jahren kam dann die Wende: Der Nachwuchs fehlte, und Peter Brommenschenkel erkannte: „Wir müssen uns der Aufgabe ‚Ausbildung‘ stellen – mit jeder Konsequenz.“ Er stellte eine Mitarbeiterin ein, die die Ausbildung koordiniert. Gemeinsam erarbeiteten sie ein attraktives Ausbildungsangebot, das weit über das Pflichtprogramm hinausgeht: Regelmäßige Schulungen für Ausbilder und Auszubildende, Ausflüge zu Fachmessen und Besuche von Winzerbetrieben und anderen Zulieferern.

Das Ziel: Möglichst viele der jungen Menschen auch nach der Ausbildung weiter zu beschäftigen. „Und das wird uns gut gelingen“, ist sich der Geschäftsführer sicher. Auch Tiwi Adelia möchte nach der Ausbildung gern bei ihrem Arbeitgeber bleiben.

Vor allem in der Corona-Zeit habe sich die Familie Brommenschenkel gut um die Auszubildenden gekümmert. „Als die Hotels zu waren, konnte ich in der Brommenschenkel-Parfümerie und im Biogate helfen. Dort habe ich viel über Lebensmittel gelernt. Das hilft mir auch für meine Ausbildung“, sagt die Auszubildende im dritten Lehrjahr. Von ihren Schulkollegen aus der Berufsschule weiß sie, dass das nicht selbstverständlich war. Einige hatten keine Aufgabe während des Shutdowns, als die Hotels geschlossen blieben. „Die hatten nix zu tun und waren nur zu Hause. Denen war langweilig“, erzählt sie.

Adelia ist froh, dass es ihr anders ergangen ist. Nach der Ausbildung will sie am liebsten an der Rezeption arbeiten. „Die Gäste kommen aus Amerika und Belgien und sprechen viele verschiedene Sprachen. Das ist mega schön“, sagt sie. Um noch besser auf die Hotelgäste eingehen zu können, plant sie, noch mehrere Sprachen zu lernen. Sie schwärmt: „Ich liebe diese Arbeit!“